Gym Class Heroes - The Quilt - Cover
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Gym Class Heroes The Quilt


  • Label: Fueled By Ramen/WEA
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Dummerweise versuchen die Gym Class Heroes immer wieder aus der HipHop-Ecke auszubrechen.

Die New Yorker HipHop-Truppe Gym Class Heroes macht es sich mit ihrem mittlerweile sechsten Studioalbum leicht und benennt ihren vielfältigen und gut aufgelegten Genremix schlicht nach einem ähnlich aussehenden Textil. Im Gegensatz zu einer wahllos aus verschiedenen Stofffetzen zusammengenähten Flickendecke ist „The quilt“ jedoch ein unterhaltsamer Ausflug in die unterschiedlichsten Stile, die noch dazu sinnvoll miteinander verknüpft wurden. Reggae, Soul, 2Step, HipHop, Rock, Ska, und nicht zu vergessen das alles verbindende Element des Pop sind nur Eckpfeiler der anscheinend unerschöpflichen Stilzutaten, die der Vierer rund um Sänger Travis McCoy, Gitarrist Disashi Lumumba-Kasongo, Bassist Eric Roberts und Schlagzeuger Matt McGinley ein weiteres Mal in den brodelnden Kochtopf geschmissen haben.

Der Eröffnungstrack „Guilty as charged“ ist mit seinem launigen Bläsersätzen, dem stampfenden Beat und dem extrem tanzbaren Chorus, bei dem die britische R&B-Sängerin Estelle nach dem famosen „American boy“ mit Kanye West erneut auftrumpfen darf, jedenfalls ein brillanter Einstieg, der in das gesetztere „Drnk txt Rmeo“ überleitet, das im Gegensatz zum Feature Track „Peace sign / index down“ mit Busta Rhymes allerdings etwas behäbig wirkt. Etwas kitschig mutet „Like father, like son“ an, da haben die Rap/Ska-Bombe „Blinded by the sun“, die Feelgoodnummer „Catch me if you can“ oder das lässige „Cookie jar“ deutlich die besseren Karten. Dummerweise versuchen die Gym Class Heroes immer wieder aus dem HipHop auszubrechen und versuchen sich an normalen Popsongs wie z.B. „Live a little“ oder „No place to run“, die einfach nicht denselben Reiz besitzen wie die Crossover-Tracks und dementsprechend durchschnittlich bleiben.

Abgesehen davon übertreiben es die Herrschaften zusätzlich mit dem 7-Minuten-Song „Live forever“, der einfach nicht die Spannung aufrecht erhalten kann und spätestens zwei Minuten vor Schluss zu langweilen beginnt. Dann lieber ein anzüglicherer Song wie „Kissin´ ears“ der den Jungs wesentlich besser liegt und nebenbei noch zum Hüftenschwingen anregt. Allgemein bleibt also eigentlich alles beim Alten mit der kleinen Ausnahme, das „The quilt“ noch stärker versucht den durch Fall-Out-Boy-Sänger Patrick Stump hervorgerufenen Überraschungserfolg zu halten, was mit einer deutlich stärkeren Prise Pop versucht wird. Schlecht ist die Idee auf keinen Fall, der Vierer sollte allerdings aufpassen nicht zu schnell in belangloses Terrain abzudriften.

Anspieltipps:

  • Cookie Jar
  • Kissin´ Ears
  • Guilty As Charged
  • Blinded By The Sun
  • Peace Sign / Index Down

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