Anna Leong - Terrorarium - Cover
Große Ansicht

Anna Leong Terrorarium


  • Label: White Weekend
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Hauptexportschlager aus Schwedischen Landen ist neben einer weltweit bekannten Möbelkette in der Musik vor Allem Metal. Betrachtet man zunächst das Cover der schwedischen Formation Anna Leong und sieht den vermutlich aufgrund des Alligators nicht mehr lange lebenden Haasen, dann wächst die Vermutung, eine weitere Metalband aus den nordeuropäischen Landen kennen zu lernen. Auch der Albumtitel „Terrorarium“ lässt die Vermutung bestehen. Doch gleich nach den ersten Klängen wird man eines besseren belehrt. Denn die vier Schweden spielen seichten Indie Rock mit Pop- und Psychedelischen Einflüssen. In ihrer Heimat brachte die Band bereits zwei Alben heraus, von welchem das letztere endlich auch in Deutschland veröffentlicht wird. Nun, Indie Bands gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und Retro Rock / Pop ist auch nichts sonderlich Neues. Was also unterscheidet diese Band von anderen und sorgt somit für die gute Bewertung?

Der erste Durchlauf der CD verheißt nicht viel Gutes. Denn seichte Klänge mit Psychedelic-Einflüssen und einer beruhigenden Stimme ist nun wahrlich nichts noch nie da Gewesenes. Allerdings weichen diese negativen Emotionen spätestens nach dem dritten Lauschen der Platte, denn dann beginnt man, viele kleine Feinheiten und Nuancen der Lieder wahrzunehmen. Betrachtet man noch die Texte dazu, erkennt man allmählich die Leistung der vier Schweden auf diesem Album an. In den Liedern geht es um soziale Ungerechtigkeiten, Armut und Kindesmissbrauch. Unter diesem Gesichtspunkt werden einem zwei Dinge sofort klar: Zum einen kann man nun den Titel des Albums und das Cover nachvollziehen, zum anderen kann man bei diesen Texten nicht erwarten, dass die Songs in irgendeiner Weise Fröhlichkeit ausstrahlen. „Guillotine“ nennt sich der Opener und ist sogleich auch eines der Highlights der Platte. Das Stück erinnert mit seinem Retro Rock Style an die deutsche Indie-Vorzeigeband Blackmail, kurz gesagt: Einfach genial!

Etwas weniger angenehm sind die schiefen Soli in dem und im Übrigen auch einigen anderen Stücken. Die sicherlich nicht unabsichtlich gesetzten Töne könnten den geneigten Hörer durchaus zum weiterdrücken verleiten! Das folgende „Frightened eyes“ steht mit seinen positiv wirkenden Klängen, unterstützt auch durch angenehme Piano-Einlagen im krassen Gegensatz zum von Kindesmißbrauch handelnden Text. Eine ganz andere Art von musikalischer Richtung schlägt das psychedelische mit deutlichem Doors-Seitenschlag versehene „Sixteen white country boys“ ein. So folgt ein kritischer Text dem nächsten und ein tiefschürfendes Stück Musik wird vom darauffolgenden übertroffen, bevor sich „Terrorarium“ nach lediglich 36 Minuten schon dem Ende neigt. Ob der Haase es im Übrigen vielleicht doch schafft, sich aus den Fängen des Alligators zu befreien, bleibt offen. Viele Möglichkeiten dazu bekommt man auf dem Album leider nicht aufgezeigt!

Eins ist sicher: Anna Leong haben sich viel zu lange in ihrer Heimat versteckt. Denn Terrorarium ist ein wirklich geniales Album geworden. Man muss ihm lediglich ein wenig Zeit gönnen, dann bekommt man mehr zurück, als man sich träumen lässt. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass das deutsche Publikum die Band ebenso annimmt, denn dann werden wir uns sicher noch auf einige weitere nicht-metallene Klänge aus den nordeuropäischen Staat freuen dürfen!

Anspieltipps:

  • Guillotine
  • Sixteen white country boys
  • Battered, bruised & cold
  • Poverty grove

Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
Diskutiere über „Anna Leong“
comments powered by Disqus