Plain White T´s - Big Bad World - Cover
Große Ansicht

Plain White T´s Big Bad World


  • Label: Hollywood Records/EMI
  • Laufzeit: 33 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Big Bad World“ klingt nach böser, unfairer Verlorenheit, gepaart mit Trübsal und Liebeskummer.

„Dieses Mal haben wir entschieden, es nicht mit einem Punk-Ansatz modern klingen zu lassen, sondern es so aufzunehmen, wie die Beatles oder Tom Petty es in ihren Anfangstagen gemacht hätten...“. Starke Worte für einen Act, der bis auf einen echten Hit („Hey There Delilah“) eigentlich noch nichts erreicht hat und dennoch von Null auf 100 schoss. Ob es den Plain White T’s auf ihrem neuen Album „Big Bad World“ gelingt, einen weiteren Megahit zu veröffentlichen, ist alles andere als garantiert. Das Selbstbewusstsein dafür scheinen Tom Higgenson (Gitarre/Vocals), Dave Tirio (Gitarre/Vocals), Mike Retondo (Bass/Vocals/Blasinstrumente), De’Mar Hamilton (Drums/Vocals) und Tim Lopez (Gitarre/Vocals) anscheinend zu haben.

„Big Bad World“ klingt nach böser, unfairer Verlorenheit, gepaart mit Trübsal und Liebeskummer. Schrecklich tragisch so ein junges Popstarleben. Ganz so melodramatisch ist „Big Bad World“ aber Gott sei Dank nicht. Der gleichnamige Song macht dann auch direkt den Anfang. Begleitet von ganz akzeptabler instrumentaler Untermalung, singt sich Higgenson durch einen eher positiven, als negativen Song. Ebenfalls nicht besonders bedeutend durchläuft „Natural Disaster“, ein Song über ein verführerisches Groupie. Damit scheint man also schon mal, wie es sich eben auch gehört als nun große Stars, Erfahrung gesammelt zu haben. Gut so! Sind ja auch sehr schnuckelig die Jungs. Ein Lichtblick quetscht sich mit „Serious Mistake“ durch die dunklen Jalousien der großen, bösen Welt. Zwar geht’s auch hier um Liebe, Herz und Schmerz, jedoch schaffen es die T’s überraschender Weise wirklich ihr Vorhaben teilweise in die Tat umzusetzen. „Serious Mistake“ klingt wie eine Mischung aus den Beatles und Weezer - in Light. Wollen wir’s auch nicht übertreiben.

Mit „Rainy Day“ sollte man die Jalousien aber schnell wieder schließen, bis auf die untermalenden Klänge des Streichers ist hier nicht viel zu holen. Textpassagen wie “In my heart the rain is pouring down, endlessly” drücken viel zu sehr auf die Tränendrüse. Verkaufen wird es sich wohl aber trotzdem. Ebenfalls ruhig und „traurig“ ist „1 2 3 4“, allerdings schafft man es hier halbwegs eine passende Stimmung zu kreieren. Dazu tragen vor allem Bridge und Maracas ihren Teil bei. Qualität sieht dennoch etwas anders aus. Mit „That Girl“ bekommt der Hörer den Kaugummi-Rock sogar direkt aus dem Automaten serviert. Für Feinschmecker eher abturnend. Die folgende Anspielung mit „Sunlight“ und den Jalousien erspare ich Ihnen jetzt lieber. Lohnt sich auch nicht. Abwechslung kommt, man hatte eigentlich schon nicht mehr damit gerechnet, mit „I Really Want You“ auf. Mundharmonika und eine auch hörbar zweite Gitarre (trotz nur drei Gitarristen) - man mag sein Glück kaum fassen. Den weiterhin abgedroschenen Text lassen wir jetzt mal außen vor. Die am 23. Oktober erscheinende Single „Meet Me in California“ enttäuscht in der Folge etwas, bevor „Someday“ mit bemerkenswert einfallslosem Text die „Big Bad World“ vollendet.

„Big Bad World“ enthält definitiv keinen Hit wie „Hey There Delilah“. Ob das den Plain White T’s bewusst ist, mag bezweifelt werden. Dem Pressetext zufolge, hört man heutzutage beim Aufnehmen „…mehr auf den Charakter als auf Perfektion.“. Schade, dass alle zehn Songs zusammen nicht den Charakter von „Hey There Delilah“ haben. Wer solche Töne spuckt wird mit so einer Kritik aber bestimmt leben können.

Anspieltipps:

  • Natural Disaster
  • I Really Want You

Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
Diskutiere über „Plain White T´s“
comments powered by Disqus