Unearth - The March - Cover
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Unearth The March


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wo wollen die Herrschaften nach „III: In the eyes of fire“ (08/2006) eigentlich noch hin? Der dritte Longplayer aus dem Hause Unearth schlug nicht nur kommerziell (gemessen an den sonstigen Verkaufszahlen eines Metal-Acts ihrer Größenordnung) ein wie eine Bombe (Platz 35 in den Billboard Charts), sondern sicherte sich auch in den unterschiedlichsten musikalischen Lagern Anerkennung und Ehrfurcht. Eine komplette Neuausrichtung wie es sich Fear My Thoughts mit „Isolation“ (07/2008) geleistet haben, würde einfach nicht ziehen und verfeinert kann der Sound von Trevor Phipps (Gesang), Ken Susi (Gitarre), Buzz McGrath (Gitarre), John Maggard (Bass) und Derek Kerswill (Schlagzeug) auch nur minimal werden, zumindest wenn die Trademarks der Band beibehalten werden sollen. Das ist allerdings genau das, was der Fünfer mit „The march“ vorlegt: Eine songorientiertere Fassung der bisherigen drei Alben. Kompakt gehalten, rau und dennoch irgendwie frisch.

Am auffälligsten ist das gedrosselte Tempo, das im Vergleich zum Vorgänger oder „The oncoming storm“ (06/2004) deutlich zurückgenommen wurde. Ein kompositorisches Merkmal, das „die Songs wuchtiger werden ließ“ und für eine wesentlich längere Eingewöhnungszeit sorgt als es bei den anderen Alben der Fall war. Leider führt dieses Merkmal auch dazu, dass die Scheibe stellenweise gar nicht zünden will und vor allem im hinteren Teil hätte man sich einen Brecher wie „Impostors kingdom“ oder geniale Moshpit-Attacken der Marke „Sanctity of brothers“ oder „This time was mine“ gewünscht. Stattdessen wähnt sich „The march“ auf gleichbleibend hohem Niveau und legt einen metallischen Midtempo-Song zwischen Thrash und Hardcore vor, der eben genau nach Unearth klingt.

Schöner können die Fans nicht bedient werden und dass Susi und McGrath immer wieder für ein grandioses Solo zu haben sind, das einen anfangs durchschnittlich wirkenden Track in ein ganz anderes Licht rückt, braucht nicht weiter erklärt zu werden. Trotzdem herrscht auf „The march“ strenge Gleichberechtigung. Kein Mitglied wird in den Vordergrund gestellt, wie es auf „III: In the eyes of fire“ gelegentlich bei den Gitarrenriffs oder allgemein hin und wieder das Drumkit war. Unearth verstehen sich auf „The march“ schlicht und ergreifend als Einheit und präsentieren sich dabei stärker denn je, obwohl eine gewisse Stagnation nicht von der Hand zu weisen ist. Damit dürften die Fünf aus Massachusetts eigentlich an ihrem Ziel angekommen sein. Der weitere Weg dieser Band dürfte jedenfalls spannend bleiben.

Anspieltipps:

  • Crow Killer
  • The Chosen
  • My Will Be Done
  • We Are Not Anonymous

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