Baby Genius - Baby Genius - Cover
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Baby Genius Baby Genius


  • Label: Little Jig/ALIVE
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer hat’s erfunden? Denkt man an die Schweiz, kommen einem die Alpen, leckere Schokolade, Ski fahren und bekannte Kräuterpastillen in den Sinn. Das unser kleiner neutraler Nachbar aber auch musikalisch gesehen (bzw. gehört) durchaus nicht von schlechten Eidgenossen ist, bewiesen schon Acts wie Yello, The Young Gods oder Hank Shizzoe.

Mit dem gerade einmal zwanzigjährigen Luzerner Ivo Amarilli aka Baby Genius könnte sich jetzt auch endlich die leidige DJ Bobo-Ära ihrem Ende zuneigen. Denn das was der junge Schweizer auf seinem selbst betitelten Album so fabriziert ist äußerst beeindruckend und besitzt durchaus Potential, um den guten alten Peter René (Bobo) vom ersten Platz bekannter Schweizer Troubadoure zu verdrängen. Dafür lässt sich Baby Genius auch einiges einfallen. Auf seinem Debüt erfreut der Ivo mit Variantenreichtum, diversen Stilwechsel innerhalb seines Sounds und einem Lo-Fi-Charakter allererster Kajüte. Sein (Anti-)Love-Song „Couldn’t Love You“ prescht gleich zu Beginn post-punkig die Piste hinab. In bester Art Brut-Singmanier und mit der Energie der seligen Libertines im Bauch, stampft sich diese Schwyzrocknummer direkt in die Ohrmuscheln.

In die selbe Kerbe hauen das ähnlich stürmische, aber noch etwas melodischere „Dance“ und das mit obligatorischen Lalala-Chor und Handclap-clap versehene „Champs Elysées“. Das er noch mehr kann, als das zugegeben gelungene Abgrasen eingängiger Rock-Weiden, beweist er dann unter anderem auf der rockballadigen Verschnaufpause „Baby Genius“, dem wilden Instrumentalstrudel „Formula“ oder auch der staubig-kantigen Wüstenrocknummer „F.E.V.E.R.“. Zwar finden sich auf der Scheibe auch einige weniger ambitionierte Nummern, wie der Mando Diao-Klon „Just Wanted To Know“, oder die hymnische und durchaus radiokompatible Schmachtballade „Needed To Feel“, aber im großen und ganzen kann Amarilli hier ein tolles Debüt ohne größere Ausfälle vorlegen.

Mit seinem Erstling hat der junge Alpenländler seine Feuertaufe mit Bravur bestanden. Eingängiger und ambitionierter Indie-Rock für Fortgeschrittene, der nebenbei auch noch fast alle positiven Facetten des Rock N’ Rolls abdeckt und mit tollen Arrangements und schlauem Songwriting zu überzeugen weiss. Und das beste daran: Baby Genius hat sogar noch Luft nach oben!

Anspieltipps:

  • Couldn’t Love You
  • Dance
  • F.E.V.E.R
  • A New Interesting Kind

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