Holy Ghost Revival - Twilight Exit - Cover
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Holy Ghost Revival Twilight Exit


  • Label: 1965 Records/ALIVE
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

The Holy Ghost Revival Show: Und zu den Klängen von „Twilight Exit“ löst sich das Schloss von Frank N. Furter vom Erdboden und fliegt davon...! Na ja, nicht ganz die Wahrheit. Aber zumindest verleiht die Band aus Seattle ihrer Rockoper eine ähnliche mysteriöse Anziehungskraft wie es auch der Soundtrack einer Rocky Horror Picture Show vermochte.

Und die Mitglieder des Holy Ghost Revival sehen nicht nur aus wie ein gezüchteter Gen-Mix aus Axl Rose, Captain Beefheart, Iggy Pop und Alice Cooper- sie klingen auch noch so. „The Gospel According To Judas“ macht dies bereits nach den ersten Takten hörbar deutlich. Hier vereinen sich sämtliche musikalische Stilrichtung eben genannter Künstler, vermengen sich zu einer pulsierenden Glitzersoundwand, um dann im großen Stil als Glam-Rock-Punk-Metal-Bombast zu explodieren. Gefühlte hundert übereinander gelegte und eingespielte Instrumente verschaffen dem Sound von HGR jenen Musical angehauchten Prunk, der Songs wie „Wolfking Of L.A.“ oder „Green Raised Vain“ sich hier selbst zelebrieren lässt.

Auch wenn man sich erst an die wie eine Mischung aus den Blood Brothers und Meat Loaf anmutenden Stimme des Sängers gewöhnen muss. Ist Frontmann Conor Kiley erstmal in die Gehörgange vorgedrungen ist es schwer sich seinem beinahe kitschig-melodramatischem Timbre zu entziehen. Ob im etwas getragenen, aber dennoch Bühnenreifen „Empire Skies“ oder den beiden pianoschwangeren Rockböllern „Old Hollywood“ und „Burn Down Your House“. Das ist Unterhaltung im ganz großen Stil und mit Produzent Ryan Hadlock (u.a. Modest Mouse, The Strokes) hat die Band erneut einen wahren Glücksgriff gelandet.

Er verleiht den Songs (wie schon auf ihrem 2006er Album „City Drugs“) diese enorm cineastische Note, die in jedem Ton so herrlich mitschwingen vermag. Zum Schluss beamen HGR dann auch noch „Arrogant Army“, einen wirklich selbstverliebt-unterhaltsamen wie auch melodischen Ohrwurm aus den Boxen, der vorm geistigen Auge knallbunte Luftballons vom Himmel regnen lässt und beschliessen ihre schrille akustische Achterbahnfahrt mit dem ruhigen, klangvollen und knisternde Live-Atmosphäre heraufbeschwörenden „Rationed Service“.

„Twilight Exit“ ist wie eine Musical-Nostalgiereise in die heute eher poppig anmutende Metal-Zeit vergangener Tage. Viel Mut zum Kitsch, keine Angst vor Bombast und Melodien für Melonen. Holy Ghost Revival kann man entweder lieben oder hassen. Etwas dazwischen wird es nicht geben. „Let’s do the time warp again“!

Anspieltipps:

  • The Gospel According To Judas
  • Old Hollywood Is Over
  • Burn Down Your House
  • Arrogant Army

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