The Cure - 4:13 Dream - Cover
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The Cure 4:13 Dream


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

The Cure? Kenn ich. Das sind doch die mit „Boys Don’t Cry“ und „Friday I’m In Love“. Und die bei der breiten Masse wohl bekanntesten Songs der Formation um Mastermind Robert Smith gehören noch heute zum Standardrepertoire eines jeden lokalen Indie-Rock-DJs der die Feiergemeinschaft auf die Tanzfläche ziehen will. Die Musikersenioren von der Insel gehören längst zu den wohlverdienten und respektierten Größen ihrer Szene und haben im Laufe ihres Bestehens schon unzählige Höhen, Tiefen und Wandlungen durchlebt.

Smith gründet im südenglischen Crawley die Band „The Easy Cure“. Das war vor sage und schreibe 32 Jahren. Das „The Easy“ im Namen ist schon lange gestrichen und nächstes Jahr feiert Mr. Smith sein fünfzigstes Wiegenfest. Und obwohl er äußerlich immer mehr wie eine Kreuzung aus Edward mit den Scherenhänden und der verrückten Katzenfrau aus den Simpsons anmutet. Musikalisch bietet die Band auch anno 2008 Seelenkatarrh für Fortgeschrittene. Aber The Cure wäre nicht The Cure, wenn sie auf „4:13 Dream“ nicht auch ein paar Überraschungen aus dem akustischen Schminkkästchen zaubern würden. Zwar begegnet man Songs die auch hervorragend dem zornigen, beißenden und widerspenstigen Selbstbetitelten Vorgänger zu Gehör gestanden hätten. Zu dieser Sorte gehören auch das aufgeheitert beginnende, sich aber im Laufe seiner Spielzeit ins Düstere wandelnde „The Real Snow White“ und die Gitarren-kratzige Rocknummer „Sleep When I’m Dead“.

Genauso wie das in einem heulenden Gesang, verbissenen Gitarren und rasendem Rhythmus explodierende und geradezu experimentelle „Scream“, sowie der alles andere als gemütlich über den Hörer hereinbrechende Albumcloser „It’s Over“. Doch die vorwiegende Stimmung die „The Cure“ zuvor noch in einen dichten und dunklen Soundnebel legte, verzieht sich auf „4:13 Dream“ hörlich in den Hintergrund. Das Verhältnis von Freudenfeuer und Depression kippt hier mehr und mehr Richtung semi-heiteres Pop-Intermezzo. Da gibt es die fast schon radiotauglichen „The Hungry Ghost“ und „This, Here And Now. With You“. Eingängig, flott und nahezu heiter-breiter laden diese Nummern zum fidelen Chorus-Mitsummen ein. Der Opener „Underneath The Stars“ ist eine knisternde Ballade und gleichzeitig auch wohl der perfekte Einstieg eines jeden Livegigs. Und auch auf „The Only One“, auf dem Smith das Wort „Love“ insgesamt 23! mal über seine Lippen presst, klingt das Zusammenspiel der Band so beglückt und enthusiastisch wie selten zuvor.

Die Leichtigkeit von „4:13 Dream“ überzeugt mit einer Mischung aus gewohnter Soundmystik und für The Cure Verhältnisse geradezu poppiger Eingängigkeit. Aber trotz dieser wesentlich aufgeklarten Grundstimmung. The Cure machen immer noch das, was sie am besten können: Melancholisch anmutende und intelligente Pop-Songs. Gehüllt in ein immer noch pulsierendes 1970-190er Jahre Rockmusikgewand, welches Smith & Co auch im neuen Jahrtausend hervorragend sitzt, passt, wackelt und genügend Luft für Neues bietet.

Anspieltipps:

  • Underneath The Stars
  • The Real Snow White
  • The Perfect Boy
  • It’s Over

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