The Undertones - An Anthology - Cover
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The Undertones An Anthology


  • Label: Salvo Music/SOULFOOD
  • Laufzeit: 146 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der nordirische Sänger Feargal Sharkey (50) ist das klassische Beispiel für ein One-Hit-Wonder. Sein Song „A good heart” wurde 1985 zu einem internationalen Top-Hit, den er nie toppen konnte. Vor seiner kurzen Karriere als Solokünstler war Sharkey von 1975 bis 1983 Frontmann der Pop-Punkband The Undertones (bestehend aus John und Damian O’Neill an den Gitarren, Michael Bradley am Bass sowie Billy Doherty an den Drums), die aber auch nicht zu den großen Nummern der Rockgeschichte gezählt werden kann.

Die Undertones debütierten im Jahr 1979 mit dem Album „The Undertones“ und wurden von dem legendären BBC-Radio-DJ John Peel auf der britischen Insel mit Airplay gefördert. Trotzdem blieben die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen. Vielleicht lag es daran, dass die Undertones in der schroffen Punkrock-Periode Ende der Siebziger weder als Fisch noch als Fleisch eingestuft werden konnten. Denn ihr von der Beatmusik geprägter Pop-Punk erscheint auch heute als zu niedliche Ausgabe von The Clash und den Sex Pistols. Dies macht die vorliegende Werkschau „An Anthology“, die mit 56 Songs auf zwei CDs und einer Spielzeit von fast 2½ Stunden (!) keine Lücken lässt, nochmals mit Nachdruck deutlich.

Wenn man es böse meint mit den Undertones, lassen sie sich mit „Teenage kicks“ auf nur einen herausragenden Song reduzieren, der es auch John Peel besonders angetan hatte. Denn abgesehen von der charakteristischen Stimme Feargal Sharkeys bietet selbst eine umfassende Compilation wie die vorliegende keine wirklich essentielle Kost für den Brit- und Punkrock-affinen Hörer. Hier und da werden einem auf dem ersten Silberling zwar ein paar schmissige Nummern wie „Mars bars“, „Let’s talk about girls“, „Male model“ und „When saturday comes“ geboten, die sich auf der zweiten CD größtenteils als unveröffentlichte Live-, Demo-, Rehearsal- und Rough-Mix-Versionen wiederholen, aber unterm Strich ist die Ausbeute an hochklassigen Songs als dünn zu bezeichnen.

Wohlweislich erscheint das Doppelalbum nicht als „Best Of“ (oder noch abgehobener als „Greatest Hits“-Sammlung), sondern als „Anthology“, die der geneigte Hobby-Anthologe leider nur als durchschnittlich abtun kann.

Anspieltipps:

  • Mars bars
  • Male model
  • Teenage kicks
  • Let’s talk about girls
  • When saturday comes

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