Dido - Safe Trip Home - Cover
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Dido Safe Trip Home


  • Label: Arista/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Schlecht ist dieses Album ganz gewiss nicht, nur eben etwas träge und versponnen.

Die beiden ersten Studioalben („No Angel“ und „Life For Rent“) von Dido haben zusammen mehr als 22 Millionen Einheiten verkauft. Das ist absolut imposant und eine schwere Bürde für den Nachfolger, der erst jetzt, fünf Jahre nach „Life For Rent“, in die Läden kommt. Eine sehr lange Zeit, die im Popbusiness nicht ungefährlich ist, denn zu groß ist die Gefahr, dass man als Künstler in Vergessenheit gerät. Daran ändern auch ein eingeschobenes Live-Album wie „Live At Brixton Academy“ (2005) nicht viel. Wir dürfen also durchaus gespannt sein, was Dido (37) mit „Safe Trip Home“ noch reißen kann.

Warum zwischen den beiden Alben so lange Funkstille herrschte, erklärt Dido wie folgt: „Ich wollte mir Zeit nehmen, um eine bessere Musikerin zu werden. Bei den ersten zwei Alben habe ich nur gespielt, um meine Songs zu schreiben. Das ist ganz anders, als zum Spaß zu spielen, wie ich es als Kind getan habe. Also verbrachte ich lange Zeit damit, Instrumente einfach nur des Spielens willen in die Hand zu nehmen. Es war toll!“ Und so hören wir Dido auf „Safe Trip Home“ nicht nur am Mikrofon, sondern auch an der Gitarre, am Klavier, auf der Blockflöte und an den Drums (!). Ermutigt wurde sie dazu auch von ihrem Produzenten Jon Brion (Fiona Apple, Kanye West, Rufus Wainwright), der die 2006 in Los Angeles gestarteten Aufnahmesessions betreute. Ebenfalls mit an Bord war auch wieder der Bruder der Sängerin und Songschreiberin aus Nord-London, Rollo Armstrong von der Band Faithless; und für den Song „Grafton Street“ konnte der große Brian Eno als Co-Songwriter gewonnen werden.

Thematisch erklärt Dido „Safe Trip Home“ zu „einem Album von Liebe und Verlust, Stärke und Hingabe, Höhen und Tiefen. Einige Songs handeln von allgemeinen Themen, einige drehen sich um das Leben von Anderen, aber manche sind sehr spezifisch und persönlich.“ Also auf jeden Fall eine intime Angelegenheit, zu der Didos zarte Musik sehr gut passt. Dabei treffen Akustikgitarren („Quiet times“), Streicher („Never want to say it’s love“), exotische Flötenklänge („Grafton street“) oder ganze Orchester („Look no further“) auf sanfte Beats und einen betont gefühlvollen Gesang. Die Stücke sind bis auf „Us 2 little gods” extrem ruhig und in einem gemäßigten Tempo gehalten. Das erinnert ungemein an die schwedische Kollegin Sophie Zelmani und geht naturgemäß nicht so gut ins Ohr wie die Hits der Vorgänger. Überhaupt sucht man die eingängigen Melodien von „No Angel“ (1999) und „Life For Rent“ (2003) auf „Safe Trip Home“ vergebens. Dido zeigt sich in den neuen Songs introvertiert, legt großen Wert auf die Instrumentierung und vergisst dabei ein wenig den Pop-Aspekt ihrer Musik. Daran muss sich der Hörer gewöhnen, wenn er mit Didos neuem Werk warm werden will. Denn schlecht ist dieses Album ganz gewiss nicht, nur eben etwas träge und versponnen.

Anspieltipps:

  • Quiet times
  • Burning love
  • Grafton street
  • Look no further
  • The day before the day

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