Secret Machines - Secret Machines - Cover
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Secret Machines Secret Machines


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach Personal- und Labelwechsel stehen die Jungs von Secret Machines aus Dallas, Texas mit ihrem insgesamt vierten Album vor einem Neuanfang. Folgerichtig hat das Werk keinen Titel, sondern trägt mit entsprechender Signalwirkung nur den Bandnamen auf dem Cover. Die musikalische Grundausrichtung hat sich dennoch nicht geändert. Auch ohne Gitarrist Ben Curtis (der durch Phil Karnats von der Grunge-Band Tripping Daisy ersetzt wurde) verfolgen Secret Machines weiter ihren atmosphärischen Prog-Pop-Rock, den sie sich bei den frühen Pink Floyd und Genesis abgeschaut haben.

Acht Songs in 48 Minuten – da weiß der Hörer, was auf ihn zukommt. Secret Machines lassen sich Zeit und schwelgen in ihren spacigen Kompositionen, die erstaunlicherweise gar nicht mal so übertrieben mit musikalischen Raffinessen und Instrumenteneinsatz zugekleistert sind. Das Trio bereitet seinen Prog-Pop-Rock auf kleiner Flamme zu und erzielt doch eine erstaunliche Wirkung. So ist der Album-Opener „Atomic Heels“ ein dynamischer 4-Minuten-Popsong, der wie eine Mischung aus den aktuellen U2 (die Gitarren) und Garbage (die Rhythmik) klingt, was wohl in jeder zweiten Rezension angemerkt werden wird.

Das ist schon ein komischer Umstand, der vielleicht ein Wunsch des neuen Labels war (gebt uns eine Single!), denn die „wirklichen“ Secret Machines zeigen sich in Songs wie „Last believer, drop dead“ oder „Have I run out“, die mit vertrackter Rhythmik und sorgsam versteckten Melodien jedes Prog-Herz höher schlagen lassen. Besonders viel zu entdecken geben dabei die absoluten Album-Perlen „The walls are starting to crack”, „I never thought to ask” und der 11-Minüter „The fire is waiting”. Hier zelebrieren die Amerikaner ihr ganzes Können, indem sie eine Stimmung schaffen, die weder düster noch künstlich wirkt, sondern den Geist der Siebziger Jahre atmet. Verspielte Synthie-Flächen treffen auf widerborstige Gitarrensoli und der sanfte Gesang von Brandon Curtis wird von pathos-getränkten Melodien umhüllt. Mehr braucht es nicht, um atmosphärisch dichtes Album abzuliefern, das aus dem täglichen Pop/Rock-Einerlei herausragt.

Anspieltipps:

  • Now you’re gone
  • I never thought to ask
  • Last believer, drop dead
  • The walls are starting to crack

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