I´m From Barcelona - Who Killed Harry Houdini - Cover
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I´m From Barcelona Who Killed Harry Houdini


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sie sind wieder da. Die wohl bekannteste Horde aus Skandinavien seit Wickie und seinen starken Männern. Und die 29 Mann/Frau starke schwedische Musikkommune von I’m From Barcelona versucht erneut mit simpel gestrickten Gute-Laune-Popsongs die Herzen aller Erdenbürger im Sturm zu erobern. Die Songs auf „Who Killed Harry Houdini?“ sind zwar nicht mehr alle so verspielt wie auf ihrem Debüt „Let Me Introduce My Friends“, aber auch mit einer etwas ernsthafteren Note in ihrem Repertoire wissen die Nordlichter vorzüglich umzugehen und zu musizieren.

Anders hätte es wohl auch nicht funktionieren können. Der kindliche Charme ihres Erstlings, dessen Inhalt einem Familienausflug in einen musikalischen Vergnügungspark samt Popcorn, süßen Knall-Bonbons und rosaroten Luftballons glich, war einzigartig. Ein wiederholter Trip ins musikalische Zauberwunderland hätte höchstwahrscheinlich auch zu einer nicht operablen Reizüberflutung geführt und den Sternstunden ihres Schwedenpops wie z.B. „Treehouse“, „Collection Of Stamps“ oder das mittlerweile zur Klubhymne des FC Barcelona avancierte „We’re From Barcelona“ ihren anziehenden Reiz genommen. Auf ihrem zweiten Longplayer beweist die Menschenanhäufung um Sänger und Songschreiber Emanuel Lundgren, dass sie durchaus mehr zu bieten hat als „nur“ einfache und kunterbunte Pop-Perlen zu Gehör zu bringen. Da ist das ruhige, mit butterweicher Melodie und feinem eindringlichen Glockenspiel überzeugende „Headphones“. Oder das brillante melancholisch-zarte Duett von Lundgren mit der 22jährigen französischen Aktrice und Sängerin SoKo „Gunhild“, welches ach so herrlich in den Ohren hängen bleibt. Auch „Little Ghost“ versprüht diesen neuen schwedisch-katalanischen Charme, der durch Sanftheit und sensible Vertonung zu bestechen weiß. Aber da wir es hier trotz alledem immer noch mit einem „I’m From Barcelona“ Werk zu tun haben, beglückt uns die Band selbstverständlich auch mit jenen musikalischen Köttbullars denen man bereits auf „Let Me Introduce My Friends“ verfallen ist.

Der Albumstarter „Andy“ ist der typische Hippie-Bombast den man lieb gewonnen hat. Mit Pauken, Chor und viel Instrumenten-Trara. Auch die erste Singleauskopplung „Paper Planes“ belebt die Melodiemagie des Debüts aufs Neue. Von allen Seiten dringen verschiedenste Klänge ins Ohr und das künstlerische Gemeinschaftsgefühl der wilden 29 überträgt sich auf den Hörer, und man steht plötzlich mitten drin- zwischen den musikalischen Skandinaviern. Auch “Mingus” erinnert wieder an die Ohrwürmer und die Fröhlichkeit des Vorgängers und “Rufus” schmiegt sich zunächst mit Akustikgitarre relaxt ins Trommelfell, bevor Handclaps, Panflöte, Klarinette und der nordeuropäische Gospelchor sich spielerisch zusammen austoben, bis im zweiten Songabschnitt die E-Gitarre das Tempo abrupt anzieht und schließlich Streicher, Bläser und Lundgrens mehr denn je hervorstechendes Timbre aus dem Album hinausleiten.

Es ist durchaus vorstellbar, dass bei einem früheren Live-Konzert der wuselnden Musikerballung von I’m From Barcelona mehr Personen auf der Bühne anzutreffen waren, als im lauschenden Auditorium. Das wird heute mit Sicherheit nicht mehr passieren. Denn mit ihrem Mix aus Gospel, Pop und Rock haben die Schweden bereits eine treue Zuhörerschaft für sich gewonnen und mit „Who Killed Harry Houdini?“ werden sich sicher noch einige mehr Musikliebhaber für diese Band begeistern können.

Anspieltipps:

  • Paper Planes
  • Headphones
  • Music Killed Me
  • Gunhild
  • Rufus

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