Chris Rea - Fool If You Think It´s Over: The Definitive Greatest Hits - Cover
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Chris Rea Fool If You Think It´s Over: The Definitive Greatest Hits


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 69 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

30 Jahre Rea und dann bekommt man das x-te „Best Of“ nicht voll?

Gut 30 Jahre Rock, Pop und Blues, da lässt das Output irgendwann schon mal nach. Hatte man im Laufe der Zeit genug Erfolg, verhelfen sich die Plattenfirmen gerne mit einem „Best Of“-Album wieder zu schwarzen Zahlen. Wenn es danach allerdings noch zu einem „Very Best“ und einer „Platinum Collection“ kommt, dann fragt man sich schon, ob man die „Definitive Greatest Hits“ überhaupt noch hören will. Zugegeben: Fein, dass Rea einige Songs noch mal neu aufgenommen hat, den Sound so auf den neusten Stand bringt und der Gesang über diese Ansammlung an Liedern sehr homogen wirkt. So bleibt dem ganzen Album ein allzu arger Zusammenklatschplatte Eindruck erspart.

Was soll man noch großartig zu Chris Rea sagen? Wer den Mann mit der rauen Stimme und der Vorliebe für Blues, der aber doch mit dem Popgewerbe vermählt ist, nicht kennt, der hat anscheinend die letzten 30 Jahre ohne Radio überstanden. Die Stimme Reas ist schlichtweg eine Marke und unverkennbar. Es ist eine dieser Stimmen, die man zuordnen können sollte, wenn man von erfolgreichen und großen Musikern des 20. Jahrhunderts redet.

Reas Blues-Leidenschaft ist in den Neuaufnahmen unterschwellig fast überall vertreten, den Originalcharakter verlieren Ohrwürmer wie „Josephine“, „Stainsby Girl“ und „Let’s Dance“ dadurch aber nicht und werden eingefleischte Fans nicht abschrecken. Hier offenbart sich übrigens der kluge Schachzug der Neuaufnahmen, denn man bekommt in gewisser Hinsicht neue Interpretationen der Stücke. Da kann man machen was man will, Chris Rea bleibt die entspannte Version von Leonard Cohen. Tracks wie „On The Beach“ oder „Fool (If You Think It’s Over)“ kann man einfach im Hintergrund zur Beruhigung der Atmosphäre oder darauf fokussiert genießen. Es ist halt eher Musik für einen Abend mit Rotwein und nichts für die Tanzfläche. Hört man Rea, dann will man in der stressigen Mittagspause ein wenig runter kommen, abschalten und die Zeit genießen. Man wird nicht großartig gefordert, sondern will sich zurücklehnen.

„Dancing The Blues Away“ ist da schon ein richtiger Wachmacher und läutet Reas Blues-Epoche ein. Nach dem fantastischen Blues/Jazz-Ausflug „Long Is The Time, Hard Is The Road“ zeigt sich besonders in Stücken wie „Speed“, die sich anhören, als seien die Achtziger doch noch lebendig. Trockene Töne bei „Born Bad“ oder Balladen à la „Blues For Janice“. Wenn die Symbiose aus all diesen Elementen in „The Shadow Of A Fool” zusammen treffen, dann weiß man, dass man die letzte Stunde nicht verschwendet hat.

Negativ ist allerdings auch Einiges anzumerken. 30 Jahre Rea und dann bekommt man das x-te „Best Of“ nicht voll? Ein oder zwei Songs mehr wären schön gewesen. Dass diese bei der DigiPack-Version vorhanden sein sollen, macht es nicht wirklich besser. 80 Minuten wären locker drin gewesen. Und dann ist da noch die ewige Frage, ob die richtigen Lieder gewählt wurden. Auch darüber lässt sich trefflich streiten. Neben allen konstruktiven Streitgesprächen einigen wir uns einfach darauf, dass es sich immer noch um eine hervorragende Platte handelt, gerade für Leute, die behaupten Chris Rea nicht zukennen!

Anspieltipps:

  • Josephine
  • Long Is The Time, Hard Is The Road
  • Dancing The Blues Away
  • The Road To Hell

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