VanVelzen - Unwind - Cover
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VanVelzen Unwind


  • Label: Foreign Media Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Pünktlich zu den Meldungen über Robbie Williams’ Rückkehr zu Take That, was seine Solokarriere ein wenig einschränken dürfte, erinnert im Radio der eine oder andere Ton allzu stark an den englischen Entertainer und der Hörer wird natürlich hellhörig: Hat sich der Meister des Pop aus der Asche erhoben und ist zurück, ganz ohne seine Schmusetruppe? Nein, denn was da aus den - von Haushalt zu Haushalt verschiedengroßen - Boxen hallt, ist ein Robbie-Williams-Klon im Mini-Format. Musikalisch, wie auch von der Körpergroße und temperamentvoll scheint der Mann auch zu sein, was einen Unterhalter oft ausmacht. Aber lässt sich der junge Mann aus den Niederlanden, der eigentlich noch Roel mit Vornamen heißt, wirklich so leicht beschreiben? Ist es nichts weiter als aalglatter Pop, wie ihn Mr. Williams so gut zu präsentieren verstand oder ist da noch mehr?

Die Frage will eigentlich schon beim ersten Refrain von „Unwind“ beantwortet sein, denn was hier geboten wird, ist Radiomusik durch und durch. Da werden Töne lang gezogen, die Gitarren dürfen beherzt, aber immer mit sanfter Note erklingen und ansonsten ist das Klavier bestimmend. Machen Coldplay und Keane auch so, aber wo bei manchen Bands eine ganz besondere Note durchscheint oder das ein oder andere Mal ungewöhnliche Konstrukte herauskommen, die doch für die Massen konzipiert sind, wird hier auf jegliches Risiko verzichtet. Zwar verstecken sich auch interessante Ansätze auf dem Album, wie der minimalistische Anfang von „Fool For Life“, danach heißt es aber wieder: Abschalten!

Pophymnen noch und nöcher, die sich eigentlich alle voneinander unterscheiden und doch kann man sie auch nach mehrmaligem Hören nur in schnell und langsam einteilen, da jeder Track so darauf getrimmt ist, zu gefallen und eine Identitätskrise einsetzt. Was will mir dieser Song sagen, ich höre den Lyrics zu, was will er beschreiben…? Jetzt stehe ich im Regen, denn die Musik säuselt nur ununterbrochen, wie schön und anschmiegsam sei und dass man ein und dieselbe Melodie dieses Albums hören und genießen könnte, unabhängig davon ob man die große Liebe gerade gefunden oder gerade verloren hat.

Wenn man sich gar zu sehr von etwas Anderem ablenken lässt, denkt man einen Augenblick auch wieder, dass die großen Hymnen des Herrn Williams ausbleiben und da wären wir wieder: VanVelzen zwingt sich selbst – wenn vielleicht auch ungewollt – in ein Korsett (ein maskulines natürlich!), welches ihn erdrückt und im Vergleich mit den großen Namen wirken voll durchproduzierte, aber nur halbherzig wirkende Hymnen wie „Shine A Little Light“, sowie der Großteil des Albums wie eine gute B-Seiten-Sammlung großer Künstler der Mainstream-Pop-Sparte.

Was einem an dieser CD schlichtweg missfallen muss, ist, dass sie jedem gefallen kann. Es fehlen jegliche Kanten und wahrscheinlich wird VanVelzen vom gros der Menschheit niemals beachtet werden und auch seine „Fans“ könnten in Versuchung geraten, doch größere Talente aufzulegen. Zu sehr outet sich das Album im Niemandsland sein Dasein zu fristen und sich keiner Seite anschließen zu wollen. Für kurze Zeit wird diese Platte aber bestimmt gerade Frauen glücklich machen, wenn nicht gerade Take That den Platz im Plattenspieler besetzen. Wenn Roel Pech hat, wirklich nur für kurze Zeit!

Anspieltipps:

  • Unwind
  • Someday
  • I’ll Stand Tall

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