Joey Cape - Bridge - Cover
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Joey Cape Bridge


  • Label: Bad Taste/SOULFOOD
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Name Joey Cape wird hier zu Lande wohl keinen aus seinem Stuhl bewegen oder wenigstens aufmerksam machen, doch der Vollblutmusiker hat sich nach vielen Jahren Musik in diversen Gruppen entschlossen, sich ein wenig zu Hause einzusperren, um ein Soloalbum (fast) ganz allein aufzunehmen. Nur mit einer Akustikgitarre (und vielen kleinen Gastauftritten von anderen Instrumenten) lädt Cape uns zu 37 Minuten ruhiger Gitarrenmusik ein, die vielleicht nicht jeden vom Hocker hauen, doch bestimmt so manchem gefallen dürfte.

Der knapp zweiminütige Opener „The Ramones Are Dead“ ist noch ziemlich schwungvoll und belebt und ist eine kleine Ode an die Rockwelt. „Errands“ überrascht dann mit einem südländisch angehauchten Riff, der das Lied zum Großteil untermalt und auch zeigt sich hier der übliche Einsatz von Capes Stimme sehr gut: Er singt zurückgenommen und weich und hebt sich stärkere Stimmlevel lieber für einige rar gesäte Momente auf. „We’re Not In Love Anymore“ drängt sich dann als Lied für das Radio an, denn er hat die richtige Länge (ungleich „The Ramones Are Dead“) und ist einfacher gestrickt als „Errands“. Schlicht ein kleines, feines Liebeslied, das aber noch hinter Großtaten eines Damien Rice zurückliegt. Da helfen auch kleine Soundeinschübe einer zweiten Gitarre nichts. Eher wirken sie schon zuckersüß, wie das unglaublich zartfühlende „Canoe“, an welchem nur die hohe Kinderstimme gegen Ende des Stückes zu obligatorisch klingt.

Joey Cape schafft es mit den meisten der Lieder auf „Bridge“ dafür zu sorgen, dass der Hörer gerne zuhört. Seine beruhigende Stimme und die sachte Akustikgitarre bauen eine wohlig gemütliche Umgebung auf und man möchte sich geradezu fallen lassen. Kein Track will enttäuschen und so oft das gelingt, sind sogar noch ein paar Höhepunkte dabei. Das faszinierende „No Little Pill“ und das aufmunternd klingende „Who We’ve Become“ sind kleine Akustik-Schätze und wenn nach zweieinhalb Minuten im Schlusstrack „Home“ Schlagzeug und E-Gitarre noch mal schmettern dürfen, ist auch der letzte überzeugt, dass er keinen Fehler gemacht hat, sich dieses Album anzuhören.

Anspieltipps:

  • The Ramones Are Dead
  • No Little Pill
  • Home

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