ZZ Top - Eliminator (25th Anniversary Edition) - Cover
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ZZ Top Eliminator (25th Anniversary Edition)


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 78 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

ZZ Top erweitern ihren ursprünglichen Klangkosmos aus Boogie, Blues und Hardrock um maschinell klingende Sequenzer- und Synthie-Sounds.

Man soll die Feste feiern wie sie fallen. Also lassen wir in diesem Monat das 25-jährige Jubiläum eines der wichtigsten Rockalben der 80er Jahre hochleben und freuen uns schon jetzt auf das kommende Jahr, in dem drei Herren allesamt ihren 60. Geburtstag sowie 40 Karrierejahre in ein und derselben Band feiern können. Die Rede ist von Billy Gibbons, Dusty Hill und Frank Beard – besser bekannt als ZZ Top.

„The little ol’ Band from Texas“ begann Ende der 60er Jahre mit erdigem Boogie, Blues und Hardrock und erspielte sich innerhalb einer Dekade mit sieben veröffentlichten Studioalben einen hervorragenden Ruf in der Musikszene. Mit ihrem achten Album, dem 1983 auf den Markt gebrachten „Eliminator“, gelang dem Trio dann auch der weltweite (kommerzielle) Durchbruch. Dabei machten sich ZZ Top besonders das neue Medium des Videoclips via MTV zu Nutzen. Gibbons und Hill hatten sich inzwischen lange Rauschebärte wachsen lassen, die zum Markenzeichen der Band wurden. Optisch zeigten sich die Drei zudem grundsätzlich in langen Trenchcoats und mit dunklen Sonnenbrillen. In den ZZ-Top-Videos tauchte neben vielen hübschen Frauen mit langen Beinen zudem immer wieder ein 1933er Ford Hot Rod auf, der auch das Cover zum „Eliminator“-Album und des ebenbürtigen Nachfolgers „Afterburner“ (1985) zierte. So kreierte das Trio eine wahre Kette von Wiedererkennungssymbolen, was so weit reichte, dass sogar das Bandlogo als Warenzeichen eingetragen wurde. Das passte perfekt in das Zeitalter fortschreitender Kommerzialisierung, in dem ein Album wie „Eliminator“ wie gerufen kam.

ZZ Top hatten ihren ursprünglichen Klangkosmos aus Boogie, Blues und Hardrock um maschinell klingende Sequenzer- und Synthie-Sounds erweitert, die ganz neue Gitarren- und Schlagzeug-Klänge zu Tage förderten. Die Rhythmusabteilung arbeitete exakt wie ein Schweizer Uhrwerk und die Riffs schnitten wie ein frisch geschliffenes Messer durch ein Weißbrot. Aus der kleinen Blues-Kapelle aus Texas wurde quasi über Nacht eine Stadionrockband, bei der erdige Blues- und Hardrockriffs mit ungewöhnlich poppigen Melodien wetteiferten ohne dass es irgendwelche Reibungsverluste gab. Der Sound passte einfach in die Zeit und war genauso selbstverständlich wie ein Kinofilm, der von der US-Regierung gesponsert wurde („Top Gun“). So entwickelte sich „Eliminator“ zu einem Dauerbrenner mit unverschämt erfolgreichen Singleauskopplungen („Gimme all you lovin’“, „Legs“, „Sharp dressed man“, „TV dinners“), der es in den USA lediglich auf den neunten Chartplatz schaffte, sich aber dennoch einen Platz unter den hundert meistverkauften Rockalben aller Zeiten sichern konnte.

Zum 25-jährigen Jubiläum kommt „Eliminator“ als schön aufgemachtes Sammlerstück mit sieben Bonus Tracks (darunter fünf bisher unveröffentlichte) und einer DVD mit allen Videoclips sowie vier Live-Tracks auf den Markt. Das ist eine gute Gelegenheit für Spätentdecker von ZZ Top, jetzt zuzuschlagen, oder für Besitzer der alten CD aus dem Jahr 1983, eben jene bei eBay zu verticken.

Anspieltipps:

  • Legs
  • I got the six
  • I need you tonight
  • Sharp dressed man
  • Gimme all you lovin’
  • If I could only flag her down

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