Artas - The Healing - Cover
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Artas The Healing


  • Label: Napalm Records/SPV
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist der 12. September. Der ehemalige Metal-Treffpunkt Planet Music schließt seine Pforten und der Wiener Gasometer wird seine neue Heimat. Für die große Eröffnungsfeier darf das deutsche Metalcore-Schwergewicht Heaven Shall Burn ein paar gute Bekannte (Maroon, Dew Scented, Anima, Before The Fall) auf die Bühne bitten, bis Marcus Bischoff und Co. dem Publikum selbst einheizen dürfen. Den Auftakt machen aber die Lokalmatadoren von Artas, die anno 2007 noch unter dem Banner Staub & Schatten den Metalchamp-Wettbewerb gewonnen haben. Das hat einen Deal mit dem im steirischen Eisenerz ansässigen Napalm Records zur Folge, „The healing“ wird im eigenen Studio eingespielt, bis Jacob Hansen (Heaven Shall Burn, Neaera, Fear My Thoughts) das Material nach bestem Wissen und Gewissen abmischen darf.

Zurück zum „Metal Opening“. Die Konzerthalle im Gasometer füllt sich langsam. Das Publikum wird ungeduldig, schließlich steht der erste Act bereits bei einer Verzögerung von einer Viertelstunde noch immer nicht auf der Bühne. Doch das Warten wird sich auszahlen. Einige Minuten später wird der Umzug des Planet Music mit ein paar kurzen Worten vollzogen, Artas betreten die Bühne und reißen sofort alles an sich. Doublebass-Gewitter, Thrash-Riffing und aggressive Shouts in Deutsch, Englisch und Spanisch bestimmen den Auftritt der fünf Österreicher Hannes (Gesang, Gitarre), Obi (Gesang), Sid (Gitarre), Radek (Bass) und Chris (Schlagzeug). Bevor das Publikum begreift, welche Urgewalt sie gerade heimgesucht hat, stimmen sie ihr fulminantes Cover zu „Gangsta´s paradise“ von Coolio an, lassen noch das eine oder andere Edelmetall-Sahnestück vom Stapel und marschieren unter euphorischen Zugabe-Rufen, die sie aufgrund der dicht gedrängten Schedule nicht erwidern können, von der Bühne.

Bereits zwei Wochen später steht aber schon „The healing“ im Laden und die CD-Pressung muss sich mit der livehaftigen Naturgewalt messen. Anscheinend kein Problem! „Barbossa“ rast mit einem Mördertempo aus den Boxen, dass man beim immer wiederkehrenden Mosh-Part dem Aufruf „Zündet die Lunte“ unverzüglich beikommen möchte und wenn nur der nächstbeste Teddybär in Brand gesteckt wird. Mit der spanischen Hardcore Thrash-Abrechnung „Bastardo“ wird weiter der Dampfhammer geschwungen, das „Gangsta´s paradise“-Cover bricht nur so aus sich heraus und schwingt sich wie das nachfolgende „The healing“ mit einem ordentlichen Pfund Groove zu einem Schweden Death-Prügel auf, der sich gewaschen hat. Anschließend jagen Artas den Hörer im Wechselbad zwischen Stakkato-Rhythmus und durchgeschnittener Bremsleitung durch den Blätterwald („Fick das Fett“), während „Rhagenfels“ ein amtlicher Metalcore-Brecher mit Hit-Ambitionen ist und „Through dark gates“ einen ersten Ruhepol darstellt, der vor allem mit düsterer Atmosphäre punkten kann.

Doch genug geruht. In den 2 ½ Minuten von „Blut“ wird wieder an Tempo hinzugewonnen, damit „The butcher´s guilt“ und „Kontrol“ mit ungebrochener Aggressivität und Wut zuschlagen kann. Etwas gesetzter, aber dennoch äußerst brachial gebärdet sich „From dirt we´ll rise“, greift allerdings schon bereits verwendete Ideen auf, was „I am your judgement day“ durch einen netten, aber sicherlich gewöhnungsbedürftigen Power Metal-Chorus gekonnt umschifft. Der Abschluss „A song of ice and fire“ besteht aus einer Mischung aus Heaven Shall Burn, dezentem Black Metal-Input und einem harten Klangbild, das zwar als Albumender noch einmal so richtig in den Arsch tritt, künstlerisch aber eher mittelmäßig ausfällt. Nichtsdestotrotz legen die fünf Österreicher mit ihrem Debüt eine erstklassige Scheibe vor, die eindrucksvoll beweist, dass neben den Urgesteinen Belphegor auch Newcomer hartes musikalisches Gut aus der Alpenrepublik vorlegen können.

Anspieltipps:

  • Kontrol
  • Barbossa
  • Rhagenfels
  • Fick das Fett
  • Through Dark Gates
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