Frauenarzt & Manny Marc - Atzen Musik Vol. 1 - Cover
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Frauenarzt & Manny Marc Atzen Musik Vol. 1


  • Label: Kontor Records/EDEL
  • Laufzeit: 77 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit zehn Jahren machen Frauenarzt und DJ Manny Marc jetzt schon die Berliner Rap-Szene mit derbe anstößigen Texten rund um Partys, Drogen und Sex sowie ihrem tanzbaren Electro-Techno-Porno-Atzen-Ghetto-Rap-Style unsicher. Sie waren Türöffner für MC Basstard, MC Bogy, Smoky und King Orgasmus One und gelten im Hauptstadt-Underground als echte Kultfiguren. Die freundlichen Damen und Herren der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien finden das Duo dagegen nicht ganz so dolle und indizierten bereits diverse Tonträger der beiden. Ein Risiko, das echte Südberliner Atzen wohl oder übel eingehen müssen.

Man stelle sich vor: Es ist Sommer, die Sonne lacht und du cruist mit deinem 3er BMW durch die City. Du hast die Fenster runtergekurbelt und deine Stereoanlage bollert am Anschlag. Solltest du dabei die neue CD von Frauenarzt und Manny Marc eingelegt haben, könntest du unter Umständen ein klitzekleines Problem bekommen. Denn die Musik – und nicht selten auch die Texte – unseres dynamischen Duos aus Berlin nebst Gästen (als das wären: Evil Hectorr, Bong Bande, Spade & Major, Bassmutanten, Sady K und die Techno Crew) sind äußerst, ähem, grenzwertig. Ganz klar, damit möchte man nicht unbedingt von seinen Kumpels „erwischt“ werden, sonst wird’s peinlich. Es gibt zwar auch den einen oder anderen richtig coolen Track („Florida Lady“, „Ein ganz normaler Atze“, „Style“), aber diese halten sich in überschaubaren Grenzen.

Weil nicht jeder ein amtlicher Atze ist, der über den Dingen steht, wird der Umgang mit „Atzen Musik“ erheblich erschwert. Denn wo synthetische 80er-Jahre-Electronica auf platte Boller-Beats im Techno-Rhythmus und gemeingefährliche Scooter-Lyrik treffen („Dicke Eier, geile Feier, Arschbulette, Spaß und Action“), geht einem schnell das Verständnis für diese Art von Kunst aus. Dabei weiß Frauenarzt seine Musik durchaus richtig einzuschätzen: „So scheiße trashig, dass es schon wieder geil ist!“ Treffender kann man es nicht auf den Punkt bringen. Dazu passt, dass das Album auf Kontor Records erscheint, wo auch Scooter ihr Unwesen treiben. Ganz nach dem Motto: „Wenn schon polarisieren, dann richtig!“ Was lernen wir daraus? Eine andere Definition von Kult ist und bleibt nun mal „unverkäuflich und/oder einfach nur scheiße“.

Anspieltipps:

  • Freiheit
  • Das geht ab
  • Florida Lady
  • Spaß und Action
  • Ein ganz normaler Atze
  • Wir haben noch lange nich genug

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