Heather Nova - The Jasmine Flower - Cover
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Heather Nova The Jasmine Flower


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Zusammengenommen nicht schlecht, bezogen auf das Songwriting aber auch nicht mehr als solide Wertarbeit.

Seit annähernd 20 Jahren nimmt Heather Nova (41) nun schon Schallplatten auf – mal besser, mal schlechter, aber nie vorhersehbar. „South” (09/2001) kokettierte z.B. frech, aber erfolglos mit schmissigem Radio-Pop, „Storm” (08/2003) war ein ebenso intensives wie introvertiertes Songwriter-Album und „Redbird” (08/2005) changierte zwischen Rock, Pop und Folk. Jetzt ist mit „The Jasmin Flower“ der siebte Longplayer an der Reihe und wieder hat sich die Ausrichtung im Vergleich zum Vorgänger verändert.

Diesmal bekommt der geneigte Hörer eine ungewöhnlich minimalistische Homestudio-Produktion mit überschaubaren Arrangements, die oft nur aus Heathers Stimme, einer Akustikgitarre sowie ein paar nachträglich hinzugefügten Streichern bestehen, geboten. Das Ergebnis ist streckenweise absolut bezaubernd, weil zutiefst traurig, melancholisch und intim, aber zwischendurch leider auch ziemlich banal, langatmig und eintönig. Durchwachsen nennt der Kritiker so ein Album, das auf der einen Seite große Kunst bietet und auf der anderen große Chancen leichtfertig an die Wand fährt.

„Looking for the light“ ist so ein Beispiel für unnötige Qualitätsschwankungen. In dem noch nicht mal drei Minuten langen Song reitet Heather Nova auf einer minimalen Idee auf Demo-Niveau herum, ohne das etwas dabei herauskommt, was zwingend auf einem Album verewigt werden muss. Auch nicht schön ist die platte 08/15-Betroffenheitslyrik in „Every soldier is a mother’s son“ und die übermäßige Schlichtheit von Songs wie „Maybe tomorrow“ ist auf Dauer auch nicht besonders förderlich. Zum Glück gibt es unter den 12 Tracks noch Schönheiten wie „Ride“, „Beautiful storm“, „Out on a limb“ und den völlig untypischen, weil einzig fröhlichen Popsong „Always christmas“.

Bei den drei erstgenannten Stücken treten die typischen Heather-Nova-Charakteristika besonders stark hervor, die mit „sehnsüchtig, zerbrechlich, verträumt, persönlich und ein bisschen hippie-esk“ zusammengefasst werden können. „Always christmas“ ist dagegen ein klassischer Radio-Popsong, mit dem sich gewiss ein paar Promotion-Punkte machen lassen. Das ist zusammengenommen natürlich nicht schlecht, bezogen auf das Songwriting aber auch nicht mehr als solide Wertarbeit.

Anspieltipps:

  • Ride
  • Hollow
  • Out on a limb
  • Beautiful storm
  • Always christmas

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