Kardinal Offishall - Not 4 Sale - Cover
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Kardinal Offishall Not 4 Sale


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 73 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Jason Harrow, Künstlername Kardinal Offishall, trat 2003 in das Licht der Musiköffentlichkeit, als er die schottische Band Texas bei dem Reggae-Song „Carnival Girl“ unterstützte. Sein mittlerweile viertes Album soll ihn nun auch in Europa bekannter machen und so schnappte er sich Produzent Akon, der natürlich auch gleich bei seiner ersten Single „Dangerous“ mitsingt. Akon liebt es offensichtlich, Songs für andere Künstler zu schreiben, zu performen und zu produzieren, denn er selbst fertigte erst zwei Alben an, die aber äußerst erfolgreich waren. Harrow kann sich also glücklich schätzen, wobei er an allen fünfzehn Tracks ebenso intensiv beteiligt war also mit komponierte.

Estelle, The Dream und Rihanna lauten die Namen der bekanntesten Gäste auf Harrows Album und der aus der Karibik stammende Kanadier mischt bevorzugt HipHop mit Reggae-Rhythmen. Die erfolgversprechende Zusammenarbeit „Dangerous“ klingt eher nach einem typischen Akon-Song, weil dieser seine R&B-Stimme mit den Rap des Mister Harrow gekonnt verbindet und einen sehr radiotauglichen und guten Track vorlegt. Kardinal Offishall fabriziert sehr modernen Reggae mit großen HipHop-Anteilen, der vor allem auf interessante elektronische Beats inklusive leichtem Stimmverzerrer setzt und so frischen Wind in das Genre pustet.

Der einzige richtige Ausfall ist die Zusammenarbeit mit Rihanna, „The Tide is high“ wurde ungefähr hundertmal gecovert, das klingt zwar bei Offishall sehr elektronisch verfremdet und nur die Stimme von Rihanna erkennt man wieder, aber so richtig innovativ kann man das nicht nennen. Viel besser macht Harrow es bei „Due Me a Favour“: Es klingt ein wenig nach Timbaland'schen Basstönen, die stark verlangsamt wurden und mit guten Stimmen von Kardinall Offishall und Estelle schleicht sich der Song ins Gedächtnis. Der Track wirkt erst sehr träge und besitzt Überlänge, die Harrow zum Schluss zu einer a cappella-Rap-Einlage nutzt, die recht aggressiv wirkt, aber irgendwie auch überflüssig erscheint.

Auch „Family Tree (Still Eyerize)“, welches der kanadische Neo-Soulsänger Glenn Lewis mit seiner sanften Stimme veredelt, tendiert ebenso in ruhigere Gefilde, aber es gibt noch genug der Reggae-Auflockerungs-Songs: „Ill Eagle Alien“ oder „Nina“ gehören zu den reinen Karibik-Feeling-Tracks, die eindeutig in der Unterzahl sind, da Kardinal Offishall und seine Gäste lieber gepflegt und qualitativ gut rappen und nur ab und zu karibische Töne einflechten wie in „Lighter“. Es gibt also gute und schlechte Songs zu hören, es überwiegt der positive Eindruck, da die musikalische Abwechslung dem Genre und dem Werk gut tut und der Longplayer schon eine gehörige Portion Sommer-Feeling transportiert.

Anspieltipps:

  • Dangerous feat. Akon
  • Gimme Some feat. The Dream
  • Ill Eagle Alien
  • Due Me a Favour feat. Estelle
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