In This Moment - The Dream - Cover
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In This Moment The Dream


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Lediglich ein Jahr nach der Veröffentlichung ihres Debüts „Beautiful tragedy“ melden sich In This Moment schon wieder zurück. Doch wer dachte, „The dream“ beschreitet weiterhin den Metalcore-Weg, der irrt. Denn auf dem Zweitling entdeckt sich die Band neu: Statt Shout-Vocals singt Sängerin Maria nun bis auf wenige „Ausrutscher“ komplett clean, statt hämmernden Doublebase-Passagen gibt es seichtere Drumparts und statt einschneidenden Gitarrenriffs regieren jetzt Pop-ähnliche Klänge. Das mag im ersten Moment alles ganz schrecklich klingen, jedoch ist es das bei näherer Betrachtung eigentlich kaum. Drehen wir die Uhren ein wenig zurück: 2005 finden sich Gitarrist Chris Howorth und Sängerin Maria Brink mit dem Wunsch, eine Band zu gründen, zusammen. Schnell stieß der zweite Gitarrist Blake Bunzel und Schlagzeuger Jeff Fabb dazu. Nach einigen missglückten Versuchen war endlich auch ihr Bassist Jesse Landry gefunden. Und wie auch immer, die Truppe kam auf die „grandiose“ Idee ihr Glück in der Metalcore-Sparte zu versuchen. Zwei Jahre später wurde das Debüt veröffentlicht und erhielt, aufgrund vieler Ähnlichkeiten mit Bands wie Killswitch Engage und Walls of Jericho vor allem bei Arrangements und Riffs, durchwachsene Kritiken. Die Band bediente sich einfach zu deutlich an den Größen des Metalcores, ein Genre das sowieso seit Jahren deutlich an Innovationen eingebüßt hat. Auf Album Nummer zwei schlagen sie nun einen Weg in Richtung von Rock ein und wirken dabei wesentlich eigenständiger als beim Vorgänger.

Orientalisch angehaucht beginnt die Platte mit „Rabit hole“, alsgleich das erste Lied „Forever“ angerockt kommt. Der Song ist aufgrund der durchgängig cleanen Stimme und einigen Chören radiotauglich und weist trotzdem eine gute Portion harten Rock auf. „All for you“ bewegt sich, ebenfalls mit Ohrwurm-Qualitäten, in eine ähnliche Richtung. Mit „Lost at sea“ kommt im Anschluss ein Stück, das sich geradeso noch verschmerzen lässt. Denn hier wird so deutlich bei Evanescence abgekupfert, das man schon fast das Gefühl hat, Amy Lee und ihren Jungs zu lauschen. Doch der Titel bewegt sich, im Gegensatz zu „Into the light“ noch im Rahmen. Die Ballade „Into the light“ gipfelt nahezu in einer Eins-zu-eins-Kopie von Evanescence. Das hätte, wie sie in den ersten Liedern bewiesen haben, einfach nicht sein müssen. Dafür macht im Anschluss „You always believed“ wieder einen Teil dieses Einbruchs wett. Ganz verschwindet der Metalcore natürlich nicht von der Bildfläche. So gibt es dezent angehauchte Stücke, wie das wirklich gute „Her kiss“, das einen schönen Brückenschlag zwischen der ersten und zweiten Platte schafft, ein deutlich härteres, leicht experimentell-elektronisches Lied, genannt „Violet skies“ und leider auch den Totalausfall „The great divide“, in dem nichts richtig zusammenpassen will. Letzteres zeigt nochmals deutlich auf, wieso es gut war, das die Gruppe dem Metalcore (größtenteils) den Rücken gekehrt hat. Zum Abschluss bekommt der Hörer mit dem Namensgeber „The dream“ nochmals ein Highlight, das durch seine progressiv-psychedelische Note besticht, geboten.

In This Moment scheinen 2008 dem Ziel einer eigenständigen Formation deutlich näher gekommen zu sein. Und obgleich es noch einige Baustellen gibt, kann man mit diesem Album deutlich zufriedener als dem Erstling sein. Wenn nun noch solche Ausrutscher wie „Into the light“ oder „The great divide“ verschwinden, sollte die Band eine gute Zukunft vor sich haben

Anspieltipps:

  • Forever
  • Mechanical love
  • You always believed
  • The dream

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