All Shall Perish - Awaken The Dreamers - Cover
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All Shall Perish Awaken The Dreamers


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 36 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

All Shall Perish zeigen sich auf dem dritten Album „Awaken the dreamers“ gleich im Opener gereifter, progressiver und dennoch leichter zugänglich als auf „The price of existence“ (08/2006). Wo „When life meant more“ allerdings noch etwas scheppernd und stürmisch ans Werk geht, zieht „Black gold reign“ alle Register der Weiterentwicklung des Acts aus Oakland, Kalifornien und zerlegt jede verfügbare Deathcore-Truppe in ihre sämtlichen Einzelteile. Der gedrosselte Einschnitt zwei Minuten vor Schluss ist wohl das Beste, was man in diesem Sektor in den letzten Jahren zu hören bekommen hat. Wenn hiermit nicht die beste Scheibe des Jahres vorliegt, fresse ich meine komplette Scooter-Diskographie!

„Never...again“ schlägt in dieselbe Kerbe wie Track Nummer 2 und lässt eine brachiale Metalcore-Breitseite auf den Hörer los, dass sich dieser glücklich schätzen darf, dass „The ones we left behind“ ein zurückhaltendes Instrumental ist, welches gut und gerne von einer sanftmütigen Hardrock-Truppe stammen könnte. Mit dem Titeltrack wird wieder der Thrash-Knüppel ausgepackt und todesmutig über die Häupter der Anhängerschaft gekreist, die angesichts der verspielten Nebenstränge des Songs mit offenen Mündern vor den Boxen sitzen dürften. Zu dumm! Die anschließende Weichspüler-Nummer „Memories of a glass sanctuary“ ist eindeutig fehl am Platz, lieber hätte gleich „Stabbing to purge dissimulation“ das Trommelfell zerreißen sollen, damit im Anschluss das trotz seiner Härte melodisch gehaltene „Gagged, bound, shelved and forgotten“ die Politik der verbrannten Erde aufrecht erhalten darf.

Eine Spur zu brutal und ungezügelt ist „Until the end“ geworden, weniger Geschrei und mehr Ideen anstatt kalten Kaffee (heftige Doublebass-Attacken, Schredder-Riffs) anzubieten wäre sinnvoller gewesen, aber im Kontext fällt der dreiminütige Qualitätseinbruch nicht weiter auf. Ein weiteres Instrumental bieten All Shall Perish mit „From so far away“ an, dass sich im Vergleich zu „The ones we left behind“ aber wesentlich knalliger gestaltet und in ein weiteres Stück ohne Gesang namens „Misery´s introduction“ ufert, was nun endgültig zu viel des Guten ist, selbst wenn die Überleitung zum Abschluss „Songs for the damned“ perfekt glückt. Somit liefern Hernan Hermida (Gesang), Ben Orum (Gitarre), Chris Storey (Gitarre), Mike Tiner (Bass) und Matt Kuykendall (Schlagzeug) zwar nicht die erhoffte Meisterleistung ab, da nach mehreren Durchgängen die ruhigen Passagen den Albumfluss erheblich zu stören beginnen (besser wäre eine Einbindung wie in „Black gold reign“ gewesen), aber ein kurzweiliges Ventil zum Abreagieren zwischen Death, Thrash und Hardcore ist „Awaken the dreamers“ auf jeden Fall geworden.

Anspieltipps:

  • Never...Again
  • Black Gold Reign
  • Stabbing To Purge Dissimulation
  • Gagged, Bound, Shelved And Forgotten
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