Bleeding Through - Declaration - Cover
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Bleeding Through Declaration


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Viele der Metalcore-Bands fahren heutzutage die Schiene, mehr und mehr cleane Vocals einzusetzen und somit auf den bei jungen Menschen sehr beliebten Emocore-Zug mit aufzuspringen. Glücklicherweise finden sich doch noch ein kleiner Kreis von Formationen, die ihrem Musikstil treu bleiben und nicht halbherzige, oft schiefe Gesänge mit einzubauen versuchen. Bleeding Trough fahren jedoch auch auf ebenjenem Zug mit, oder um genauer zu werden, fuhren. Denn auf ihrem letzten Longplayer „The truth“ hatten sie trotz eigentlich guter Songideen mit genau jenem Problem der zerstörerisch schiefen Clean-Vocals zu kämpfen. Auch auf „Declaration“ sind einige cleane Stimmen zu hören, jedoch machen diese wohl nicht mal ein Prozent des gesamten Gesangs aus und sind noch dazu ganz ansehnlich geworden. Trotz der reduzierten Stimmvielfalt (neben hohen Shout-Vocals gibt es genügend tiefe Growls) bietet das neueste Werk eine deutlich höhere Bandbreite an abwechslungsreichen Songideen als der Vorgänger. Das liegt vor allem an Keyboarderin Marta Peterson, die eine noch wichtigere Rolle erhält und so neben Metalcore, Death- und Black Metal für den Einzug von Gothic sorgt.

Mit dem Intro „Finnis Fatalis Spei“ beginnt das Album gemächlich. Streicher und dezente Chöre sorgen beim Zuhörer für ein Wohlfühlerlebnis aus welchem er im anschließenden „Declaration“ mit schnellen Doublebase-Passagen, harten, tiefen Gitarrenriffs und brutalen Shoutvocals jäh herausgerissen wird. Die Bridge verführt mit ihrem Mid-Tempo-Rhythmus das erste und nicht annähernd letzte Mal zum Headbangen, bevor es mit von Death Metal durchzogenen Riffs wieder schneller wird. „Orange County blonde and blues“ beginnt zunächst mit einem drückenden Hardcore-Rhythmus, bevor es im Refrain durch die Keyboards den schon angesprochenen dezenten Hauch von Gothic bekommt. Aber auch ruhigere Klänge beherrschen die Kalifornier makellos, wie sie in der balladesken Nummer „There was a flood“ eindrucksvoll unter Beweis stellen. Das Tempo wird natürlich auch hier zeitweise stark angezogen und auch die Shout-Vocals finden ihren Einsatz. Allerdings findet man an dieser Stelle die nach wie vor dünne, cleane Stimme von Sänger Brandan „Sheep“ Schieppati vor, die aber dezent und passend eingesetzt wird. Einer der stark nach oben ragenden Songs ist „Reborn from isolation“, welcher nach einem Mid-Tempo-Intro an Fahrt aufnimmt und mit seiner Mischung aus bitterbösen, tiefen Growls, hohen Shoutings und einem starken Solo sein Ende findet. Auch in „Death Anxiety“ sind nochmals cleane Vocals zu hören, die hier mehrstimmigen Chöre brauchen sich allerdings nicht hinter den Shout-Vocals zu verstecken. Herausstechend ist sicherlich auch die knapp neun Minuten lange abschließende musikalische Fusion aller von der Band vereinten Musikstile „Sister charlatan“, die durch viele ausgefeilte Details zu überzeugen weiß, ohne sich dabei in irgendeiner Art und Weise anbiedern zu wollen.

Bleeding Through’s neuestes Werk kann nahezu uneingeschränkt empfohlen werden. Und das nicht nur an Freunde des Hardcores sondern auch an Liebhaber des extremen Metals. Gerade die musikalische Vielfalt von „Declaration“ ist es, die das Album zu keinem Zeitpunkt langweilig werden lässt. Von der sechsköpfigen Formation wird man sicherlich auch in Zukunft noch einige gute Scheiben erwarten können, mit der aktuellen jedenfalls haben sie sich einen Platz ganz weit vorn in der musikalischen Welt erspielt!

Anspieltipps:

  • Declaration
  • There was a flood
  • Reborn from Isolation
  • Sister charlatan

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