Psycroptic - Ob(Servant) - Cover
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Psycroptic Ob(Servant)


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei den besonders schnellen Spielarten des Metal sind Abnutzungserscheinungen an der Tagesordnung. Brutales Gebolze, das immer wieder aufgekocht wird, kann nämlich verdammt schnell in eine Sackgasse führen, in der sich die Bands nach und nach ihr eigenes Grab schaufeln. Das tasmanische Vierergespann Jason Peppiatt (Gesang), Joe Haley (Gitarre), Cameron Grant (Bass) und Dave Haley (Schlagzeug) ist in kommerzieller Hinsicht davon noch weit entfernt, denn nachdem das Debüt „The isle of disenchantment“ (2001) in Eigenregie veröffentlicht wurde und die beiden Nachfolgewerke „The scepter of the ancients“ (2003) und „Symbols of failure“ (2006) bei den metallischen Independentlabels Unique Leader und Neurotic erschienen sind, hat sich nun Nuclear Blast den Act aus Hobart gekrallt.

Auf musikalischer Seite hat „Ob(Servant)“ allerdings nichts Neues zu bieten. Progressiv und ungehalten stürmen die neun Tracks auf den Hörer zu, der sich nach den 50 Minuten erst einmal sammeln muss. Mächtiger Orkan oder laues Lüftchen ist die entscheidende Frage, die sich Psycroptic stellen müssen, während eine Doublebass-Attacke die nächste jagt und die deftigen Growls von Peppiatt den vorpreschenden Stakkato-Rhythmus möglichst effektiv zu unterstützen versuchen. Leider geht einem das Knüppel-Inferno trotz technisch einwandfreier Performance und kurzen Überleitungen zwischen den einzelnen Stücken ziemlich schnell auf den Sack, denn die einzelnen Songs laufen großteils immer nach dem gleichen Schema ab und variieren in ihrem Klangbild nur sehr minimal.

Zwar bläst „Ob(Servant)“ in aggressiver Manier durch sämtliche Gehirnwindungen und hinterlässt mit seiner brutalen Abmischung, die von Ex-Soulfly und –Machine Head-Gitarrist Logan Mader fabriziert wurde (und dadurch täuschend ähnlich dem genialen Projekt Divine Heresy von Fear Factory-Saitenzupfer Dino Cazares klingt, bei dem er ebenfalls seine Finger im Spiel hatte) mehr als nur verbrannte Erde, aber auf Dauer gleichen sich einfach zu viele Passagen, sodass der vierte Wurf der Tasmanier leider kein langes Aufenthaltsrecht im CD-Player bekommt. Fazit: Ein laues Lüftchen, dass sich als mächtiger Orkan getarnt hat und selbst nach längerer Reifezeit nicht besser wird.

Anspieltipps:

  • Horde In Devolution
  • Immortal Army Of One
  • The Shifting Equilibrium
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