Sylosis - Conclusionof An Age - Cover
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Sylosis Conclusionof An Age


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 59 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach lediglich zwei EPs („Casting the shadows“, „The supreme oppressor“) spucken Sylosis aus Reading schon große Töne. „Großbritannien war nicht wirklich fähig auf demselben Level mitzuhalten wie amerikanische oder europäische Metal Bands“ heißt es da. „Hoffentlich können wir helfen und daran etwas ändern“ lautet die Prämisse unter der „Conclusion of an age“, das erste Langeisen der britischen Thrasher, demzufolge auf den Markt geworfen wird. Und fürwahr: Nach einem düster gehaltenen Intro (ist das eigentlich in letzter Zeit zu einer Art Volkssport im Metal geworden?) gibt es gleich eine herrlich technische Vorstellung namens „After lifeless years“, die das Interesse am restlichen Material in die Höhe schnellen lässt, jagen Jamie (Gesang), Josh (Gitarre), Bailey (Gitarre), Carl (Bass) und Rob (Schlagzeug) den Hörer schließlich unentwegt von einem treibenden Gitarrenriff ins nächste, lassen dabei nicht den Song an sich aus den Augen und sorgen für einen dementsprechend melodischen Unterbau, der dennoch mit ausreichend Härte gespickt wurde.

Einen großen Anteil am Gelingen trägt jedenfalls Drummer Rob bei, der nicht nur stur immer wieder dieselben Patterns aus seinen Fellen drischt, sondern auch mal kurze Solo-Ambitionen zeigen darf. In dieser Tonart geht es anschließend weiter. Thrash-Riffs der alten Schule treffen auf Metalcore-typischen Gesang und eine moderne Produktion, die die Schindeln aus dem Dach bläst. Sylosis verstehen es in ihren durchschnittlich 5 Minuten langen musikalischen Darbietungen die Spannung mit scheinbar makelloser Struktur und dem richtigen Maß an Abwechslung hoch zu halten, fügen bei genauerer Betrachtung aber lediglich eine begrenzte Anzahl an Bausteinen zusammen, die in den einzelnen Songs variiert werden. Das funktioniert zwar anfangs recht gut, führt im weiteren Verlauf aber dazu, dass der Hörer wie bei einem bombastisch inszenierten Hollywoodfilm aufgrund des lausigen Drehbuchs etwa ab der Hälfte das Interesse an dem Geschehen auf der Leinwand verliert, selbst wenn die Schauspieler ihre Rollen solide bis ausgezeichnet darbieten.

Erschwerend kommt hinzu, dass einige Ideen, seien es plötzlich progressive Elemente oder ein furioses Solo, bereits irgendwo anders und dabei wesentlich origineller vernommen wurden, was dem Vorhaben der britischen Metal-Revoluzzer nicht gerade dienlich ist. So erinnert „Last remaining light“ an eine Mischung aus Exodus und Testament und die teils klaren teils gutturalen Gesangslinien von Jamie ähneln frappant dem was Killswitch Engage auf ihren Alben präsentieren. Diesem Umstand wollten die Briten wahrscheinlich mit ihrem Themenkreis um Mutter Natur und dem Klimawandel entgegenwirken, der sich vorrangig damit beschäftigt, wie böse und rücksichtslos die Menschheit nicht ist und dass sich früher oder später die Erde zurückholen wird, was wir ihr genommen haben. Ist natürlich ein wichtiges Thema, aber so innovativ wie Nuclear Blast diesen Punkt in ihrem Pressetext zu „Conclusion of an age“ hervorzuheben wissen, ist er gewiss nicht, denn selbst Teenie-Idol Miley Cyrus denkt bei ihrem neuesten Longplayer an die Umwelt („Wake up America“). Damit ist das Vorhaben von Sylosis nicht zur Gänze gescheitert, da der einstündige Erstling für Zwischendurch eine gelungene Abreibung bietet, um eine neue Ära des Metal in Großbritannien einzuläuten, reicht es aber definitiv nicht.

Anspieltipps:

  • Oath Of Silence
  • After Lifeless Years
  • Swallow The World
  • Reflections Through Fire

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