Cradle Of Filth - Godspeed On The Devil´s Thunder - Cover
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Cradle Of Filth Godspeed On The Devil´s Thunder


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 71 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Cradle Of Filth ist eine Faszination des Metals. Denn kaum eine andere Band schaffte es, auf jedem Album ein konstant hohes Niveau zu halten. Der eingeschlagene Weg auf dem letzten Werk „Thornography“ allerdings hegt trotz eines qualitativ hochwertigen Albums die Angst, dass Dani Filth nun vielleicht doch alt werden würde. Zu deutlich Überhand nahmen die cleanen Vocals und auch die Langsamkeit der Lieder war nicht gerade typisch für die Band. So begeht man die ersten Schritte beim Einlegen der CD und Drücken der Play-Taste mit gemischten Gefühlen. Wird sich der eingeschlagene Weg fortsetzen und werden Cradle Of Filth nun bald zur „Stones-Gruppe“ der Altrocker gehören?

Das orchestrale Intro jedenfalls lässt die Spannung ins Unermessliche wachsen. Dann aber kommt mit „Shat out of hell“ ein Feuerwerk an den Drums auf einem zu, Danis alte Stimme feiert ein gnadenloses Comeback und lässt einen jubelnd und schreiend durch die Wohnung springen. Yeah, sie können es noch, die Könige des Black Metals! Das folgende „Death of love“ lässt die Zügel etwas lockerer und erinnert mit Frauenstimmen (Sarah Jezebel Deva) und dem gemäßigten Tempo dann doch ein wenig an den Vorgänger. „Godspeed of the devil’s thunder“ ist im Übrigen kein gewöhnliches Studioalbum. Der Untertitel „The life and crimes of Gilles de Rais“ verrät schon, dass sich in den folgenden gut 70 Minuten alles um ein Thema dreht. Zum besseren Verständnis: Gilles de Rais kämpfte Seite an Seite mit Jean d’Arcs, bevor er später zu einem Serienkiller, Vergewaltiger und Satanisten verkam. Und genau diesen Werdegang kann man auf dem Konzeptalbum sehr gut auch rein musikalisch nachvollziehen, nimmt die CD doch mit zunehmender Spieldauer deutlich an Aggression und Wut zu.

Die Angst, dass das Konzept die musikalische Vielfalt in den Hintergrund drängt, wird von Cradle Of Filth mehr als zerschmettert. Denn keines der im Schnitt über fünf Minuten langen Titel ist als Ausfall zu werten. Im Gegenteil, mit zunehmender Härte werden die Songs immer klassischer zu Cradle Of Filth Leckerlies. Diese Steigerungen lassen den Zuhörer gefesselt weiterhören und sorgen nach jedem Stück für noch größere Augen im Gesicht. Sei es „Tragic Kingdom“ „Sweetest Maleficia“ oder der Namensgeber, jeder Song hat seinen Reiz für sich! Als kleiner Wehrmutstropfen bleibt allerdings die geringe Weiterentwicklung zu verzeichnen. Auch wenn im Vergleich zum letzten Album das Tempo wieder angezogen wurde, sticht keiner der dreizehn Stücke als so noch nie dagewesenes Stückchen Musik heraus. Alles klingt eben unverkennbar nach Cradle Of Filth. Zum einen gut – zum anderen hätte man ruhig auch mal etwas mehr Mut beim Experimentieren zeigen können.

Trotzdem: Mit „Godspeed of devil’s thunder“ haben Cradle Of Filth ein wahres Meisterwerk geschaffen. Beeindruckend, gewaltig und auch nach dem zehnten Durchgang ohne einen Hauch von Ermüdungserscheinungen. Für Fans erscheint zeitgleich die Special Edition mit zehn Songs (!) extra im Gepäck. Also ab in den nächsten Plattenladen, denn wer diese CD nicht sein Eigen nennt, ist selber schuld!

Anspieltipps:

  • Shat out of hell
  • Tragic Kingdom
  • Honey and sulfur
  • godspeed of the devils thunder

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