Kim? - Allez! Allez! Allez! - Cover
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Kim? Allez! Allez! Allez!


  • Label: Gun/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht wenige Leute glauben an Reinkarnation und weitere Leben, die man noch vor oder schon hinter sich hat. Darüber lässt sich bekanntlich streiten und jedem sei der eigene Glauben. Was ist nun aber, wenn man vor einer Wiedergeburt jemandes steht, der noch unter den Lebenden weilt? Wem dieses Phänomen noch nicht widerfahren ist, der sollte mal in das Debüt der Deutschrocktruppe „KIM?“ (Kind im Magen) reinhören. Wer die Eröffnung „Allez!“ vernimmt und nicht das Gefühl hat, dass ein junger Campino aus den Boxen röhrt, der sollte mal wieder an Ohrhygiene denken. Trip Tom klingt phasenweise verblüffend ähnlich und gerade das geradlinige Eröffnungslied erinnert an die Toten Hosen.

Im Verbund mit Gitarrist Bugx und Schlagzeuger Benny rutscht der Sänger beinahe in die Schublade einer Coverband ab, doch die poppigeren Seiten des Albums zeigen die Mischung aus Liebe zum alten Deutschrock und der neuen Welle von Erfolgsbands. Wütende Tracks wie „Nein! Nein! Nein!“, „Die Hoffnung Stirbt Zuletzt“ und „Liebes Lied…!“ wechseln sich brav mit den Billy-Talent-Stücken mit Namen „Meine Antwort“, „Wolfsherz“ und „Regen“ ab. Letzteres rutscht wie „Anna“ doch ein wenig in den Kitsch ab, was so gar nicht zum sonst rockigen Gewand der Band passen will. Doch gewinnt man den meisten Riffs etwas ab und da verschmerzt man die manchmal etwas uninspirierten Texte umso besser.

Aber was lässt sich Besonderes an einer Band wie KIM? ausmachen, wenn die einzige Besonderheit die Ähnlichkeit der Stimmen von Campino und Trip scheint. Nicht falsch verstehen: Die Musik sorgt für Bewegung und ist bestimmt kein schlechter Rock, aber das wird alles ganz klar unter „schon mal da gewesen“ verbucht. So werden viele Jugendliche zu diesem Album feiern können, wie sie es auch zu anderen kurzweiligen Stücken tun. Auf lange Sicht wird „Allez! Allez! Allez!“ wohl aber im CD-Schrank verstauben, wenn es sich nicht um den Schrein eines Hardcore-Fans handelt. Wer sich als Verfechter des geradlinigen Deutschrocks sieht und die Toten Hosen (besonders aus früheren Tagen) mag, ist gut bedient, für alle anderen ist dies wohl eher ein belangloses Stück Musik.

Anspieltipps:

  • Allez!
  • Die Hoffnung Stirbt Zuletzt
  • Regen

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