Duncan Lloyd - Seeing Double - Cover
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Duncan Lloyd Seeing Double


  • Label: WARP/Rough Trade
  • Laufzeit: 32 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Gitarrist lieferte er bereits großartige Ergebnisse bei seiner Band Maximo Park ab. Doch im Schatten des überaus charismatischen Frontmannes Paul Smith fiel Duncan Lloyd bislang nicht so sehr auf. Dies wird sich schlagartig ändern, denn jetzt erscheint ganz unverhofft das erste Soloalbum dieses schüchternen Herrns. Doch muss man sich nun Gedanken über eine mögliche Trennung von Maximo Park machen?? Keineswegs, „Seeing Double“ ist ganz einfach das Resultat des schier überschäumenden Kreativitätsoutputs Lloyds, der nun erstmals auch als Leadsänger fungiert.

Vorab schickte Duncan Lloyd die repräsentative Ohrwurmsingle „Suzee“ auf die Reise, um die Richtung zu zeigen, die das Album eingeschlagen hat. Mit jedem angeschlagenen Ton klingen die 60er und 70er Jahre durch. Die Einfachheit, mit der die Songs eingespielt wurden, versprüht einen angenehmen Charme in einer Zeit der musikalischen Bombast-Produktion. In der Tat ließ Lloyd seinen Kompostionen wenig Reifezeit. Die Ideen wurden konsequent umgesetzt und kaum verändert; selbst tickende Metronome, die die Mikrophone mit aufnahmen, wurden im Nachhinein nicht rausgeschnitten.

Der stille Mann aus Newcastle präsentiert auf seinem Debut in aller Deutlichkeit, warum er bei Maximo Park unersetzlich ist, denn Duncan Lloyd verfügt über einen stark ausgeprägten Sinn für eingängige Melodien, die er in schlichte Kostüme zu verpacken weiß. „Nightfly“ mit seinem ruhigen, leicht melancholischen Charakter, der durch Llyods Stimme weiter unterstrichen wird, ist hierfür nur ein stellvertretendes Beispiel. Was könnte schöner sein, als im Falle eines Stromausfalls ein paar Kerzen anzumachen und gemütlich „Victory And Surrender“ oder „3 Times Over“ zu lauschen, dass Jemand auf der Akustikgitarre spielt!? Nach drei bis vier Hördurchgängen begleiten Songs wie „Another Chance“, „Make Our Escape“ oder auch „Seeing Double“ den eigenen Tag wie ein kleiner Soundtrack, der stets im Hintergrund läuft.

Vielleicht kommt das Album ein paar Dekaden zu spät, denn „Seeing Double“ hätte gut und gerne vor 30 bis 40 Jahren produziert werden können und wäre wahrscheinlich ein Kassenschlager geworden. In feinstem Pop werden hier einfache Melodien, mit Hilfe von gekonntem Instrumentarium und jeder Menge Charme, zu kleinen Meisterwerken vergoldet. Wer sich satt gehört hat an den aktuell vollgepackten Überproduktionen, der wird sicherlich gern auf „Seeing Double“ zurückgreifen.

Anspieltipps:

  • Suzee
  • Nightfly
  • 3 Times Over
  • Victory And Surrender

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