Kivimetsän Druidi - Shadowheart - Cover
Große Ansicht

Kivimetsän Druidi Shadowheart


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Finnland ist in der extremen Musikszene schon seit Jahren bekannt. Denn die Nordeuropäer versorgen das restliche Europa und eigentlich auch die ganze Welt schon seit langer Zeit mit extravagantem Black- und Death Metal. Auch Vorreiter außergewöhnlicher Stile wie Children Of Bodom brachte das Land hervor. Nun steht mit der Band „Kivimetsän Druidi“ eine neue finnische Formation in den Startlöchern. Gegründet wurde die sechsköpfige Gruppe um Frontsängerin Leeni-Maria Hovila bereits 2002 von den beiden Geschwistern Joni (Gitarre / männliche Vocals) und Antti Koskinen. Nach einigen Demos, Besetzungswechseln und vielen Konzerten im eigenen Land wurde das Label Century Media auf die Finnen aufmerksam und griff die Gelegenheit beim Schopf, diese außergewöhnliche Formation unter ihre Fittiche zu nehmen. Herausgekommen ist dabei das nun erscheinende Debüt „Shadowheart“.

Um zunächst etwas Positives zu erwähnen: Es ist wahrlich schwer auf Anhieb eine Band zu nennen, mit der man Kivimetsän Druidi wirklich vergleichen könnte. Die Truppe steht mit ihrer Mischung aus Pagan Metal, Folk, Symphonic Metal und Death Metal einsam in der Musiklandschaft für sich selbst. Am Ehesten könnte man sie noch in Richtung von Moonsorrow oder Finntroll einordnen, aber selbst hier lassen sich höchstens Parallelen, jedoch keine wirklichen Vergleiche ziehen. Das ist definitiv gut und erfrischend. Jedoch entsteht durch die Mischung so vieler verschiedener Musikstile das Problem, und hier liegt ein großer Kritikpunkt an der Platte, dass die Musik zerrissen und schwer fassbar wirkt. Teilweise beschleicht einen das Gefühl, das unvereinbare Klänge von unterschiedlichen Instrumenten in einen Topf geschmissen und kräftig durcheinandergewirbelt wurden.

Gleich von Beginn an hämmert in „Blacksmith“ die Double-Base Death-Metal-typisch durch, bevor sich das Stück mit den ersten Gesängen in eine Mischung aus Pagan und Folk Metal verwandelt, nicht ohne diese Metamorphose während der sechs Minuten noch einige Male durchzumachen. Wirkliche Übergänge zwischen den unterschiedlichen Stilen sind jedoch Fehlanzeige, wodurch sich die schon genannte Zerrissenheit breit macht. Man wird als Zuhörer nicht auf die komplett andere Musikrichtung vorbereitet, sondern ein ums andere Mal in kaltes Wasser geschmissen. Plötzlich vernimmt man ein Break, Akustikgitarren und wenig später Streicher setzen ein. Dieser Art von Überraschungsmomenten wird man noch einigen Malen begegnen. Was diesem und im Übrigen nahezu allen Lieder jedoch fehlt, ist ein gewisser klanglicher Tiefgang. Die Lieder fühlen sich leer an und es mangelt z.B. in Soloparts an der zweiten Gitarre. Sicherlich ist es schön, das die Band nahezu nie Overdubs benutzt (von Chören bei den Gesängen einmal abgesehen), jedoch sollte darüber nachgedacht werden, ob ein zweiter Gitarrist zur Steigerung der Klangfülle nicht eine sinnvolle Investition wäre. Im folgenden „Jäässä Varttunut“ sind die Chöre von Leena-Maria so vordergründig, das sich die Zehnägel krümmen und man sich fragt, warum man den Zuhörer so quälen wollte. Derartige Momente sind glücklicherweise relativ selten, die meisten der allgemein gewöhnungsbedürftigen Passagen der Sängerin bewegen sich gerade noch am Rand zwischen grauenvoll und genial-einzigartig. „Halls of Shadowheart“ ist einer der einfach aufgebauten Songs und besitzt sogar einen Anflug von Eingängigkeit.

Ein ist sicher: Langweilig wird es in den 50 Minuten auf Shadowheart nicht. Den Weg, den Kivimetän Druidi hier eingeschlagen haben, ist ein mutiger und gleichzeitig einzigartiger. Dafür muss man den Finnen Respekt zollen und auch musikalisch sollte man deren Licht nicht unter den Scheffel stellen. Trotz allem ist „Shadowheart“ ein schwer fassbares Album mit vielen Ecken und Kanten. Der Eine wird aus den Freudenschreien nicht rauskommen, der andere wird die CD gleich während dem Hören des ersten Stückes wieder in die Ecke werfen. Vor allem die Stimme von Sängerin Leena-Maria ist wahrlich nicht jedermanns Geschmack. Somit kann man das Werk der Finnen nicht einfach so empfehlen. Ein Reinhörer vor dem Kauf ist auf jeden Fall nötig, wobei sich für diese Nischenband sicherlich der ein oder andere Käufer finden lässt.

Anspieltipps:

  • Blacksmith
  • Halls of Shadowheart
  • Korpin Laulu

Neue Kritiken im Genre „Pagan Metal“
8.5/10

Where Greater Men Have Fallen
  • 2014    
Diskutiere über „Kivimetsän Druidi“
comments powered by Disqus