Bohren Und Der Club Of Gore - Dolores - Cover
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Bohren Und Der Club Of Gore Dolores


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Bohren & Der Club Of Gore brechen auf „Dolores“ die Stille wie nur sie es können. Nach 46 Sekunden fällt das Schlagzeug in „Staub“ zum ersten Mal in den Kosmos ein und lässt den Hörer in vertrauten Gefilden weilen, lässt ihn diese einzigartige Auslotung der menschlichen Aufmerksamkeit, ja die purste Essenz von Jazz und Ambient spüren. Unwirtlich und dunkel ist es hier, aber auch faszinierend schön.

Was sollte nach „Geisterfaust“ von 2005, diesem wirklich grenzenlos langsamen, kargen und fast bis zum Ende ereignislosen Brocken noch kommen? Die Grenzen der Monotonie waren ausgelotet, das Meisterwerk geschaffen. Die Antwort gibt „Dolores“: Bohren & Der Club Of Gore haben ihre Welt ein Stück weit entradikalisiert, was sich nicht nur in der untypischen Kürze einiger Tracks manifestiert. Die Melodien sind greifbarer geworden und hinterlassen mehr als nur eine Stimmung. Fast könnte man diesmal von Themen sprechen, was in dieser Hinsicht doch „Sunset Mission“ und „Black Earth“ nahe kommt, aber dennoch nur der halben Wirklichkeit entspricht. Der Club scheint diesmal irgendwie angekommen zu sein.

Musste sich der Hörer bei „Geisterfaust“ noch mit dem kleinen Finger als Erlösung begnügen, reicht ihm „Dolores“ über die volle Distanz die Hand. Es ist schon so, auf dem neuen Album haben Bohren & Der Club Of Gore auf ihre Art das Licht entdeckt. Doch auch dieses Licht flutet den Raum lediglich wie ein zäher Schleier des Verderbens, denn in dieser Welt verliert man sich nur auf eigene Gefahr. In „Dolores“ steckt der Schmerz, musst du wissen. Aber es lohnt sich.

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