Unsun - The End Of Life - Cover
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Unsun The End Of Life


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 42 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Oh mein Gott, es ist überstanden! Die Übelkeit verschwindet langsam wieder, das Kopfschütteln und das Unverständnis aber bleiben. Kopfschütteln für eine der wohl schlechtesten und unbedeutendsten Platten des Jahres und Unverständnis für einen Herrn Mauser, der seine Death-Metal-Band Vader für solch eine unterirdische Formation verlassen hat. UnSun formierten sich im Winter 2006 aus dem schon erwähnten Gitarrist Mauser, der Sängerin Aya, Bassisten Heinrich und Drummer Vaaver. Das Ziel: Eine Kombination harter Klänge zusammen mit einer Frauenstimme zu schaffen. Wow, eine wirklich clevere neue Idee, der höchstens Bands wie Lacuna Coil, Within Temptation und Nightwish zuvorgekommen sind. Aber das haben die vier Polen sicherlich nicht ganz mitbekommen bzw. noch genügend Platz für ihr außergewöhnliches Vorhaben in der musikalischen Landschaft gesehen. Also nahmen sie 2006 ihre erste Demo auf, wurden schneller als gedacht von einer polnischen Plattenfirma unter Vertrag genommen und begannen dann Anfang 2008 mit den Aufnahmen zu ihrem Debüt „The end of life“, dass nun unter Century Media veröffentlicht wird.

„Whispers“, die im Vorfeld veröffentlichte Single, steht am Anfang der Misere und ist gekennzeichnet von einfallslosen Gitarren-Riffs, einer elektronisch bearbeiteten, ziemlich dünnen Stimme und einem langweiligen Melodieverlauf. Das folgende „lost innocence“ füttert den Brechreiz mit seinen Pop-Klängen und Barbie-Stimmchen-Einlagen noch so richtig an. Und immer wieder die Frage, wieso sich Mauser auf ein solches Niveau herunter begibt. Wo ist nur sein musikalischer Anspruch hin? Die einzig wirklich sinnvolle Erklärung kann eigentlich nur eine bessere Aussicht auf ein höheres Gehalt sein. Mauser im Übrigen ist der Grund, weshalb sich die Platte den zweiten Punkt verdient hat, denn seine Soli sind die einzige Freude und das mit Abstand beste der Platte. Jedoch gehen auch diese in den langweiligen Songs unter.

Die Krönung des ganzen Übels ist die obligatorische Ballade „Memories“. Hat man es wirklich durchgehalten bis hierher die Platte zu hören, fragt man sich spätestens jetzt, warum man sich diese musikalischen Nichtigkeiten überhaupt antut. Die Qualität der Songs wird im weiteren Verlauf aus diesem Niveau gehalten bevor dann nach gut 42 Minuten endlich Schluss ist. Lediglich das letzte Lied „Indifference“ sticht insofern heraus, das sich die vierköpfige Truppe hier an einem Elektrosong versucht und natürlich, wie sollte es anders sein, auf ganzer Linie versagt. Damit haben sie sich zum Schluss nochmal richtig lächerlich gemacht, was irgendwie aber ins „Gesamtkonzept“ passt.

Zum Abschluss bleibt nur zu sagen, dass man um Gottes Willen die Finger von dieser Scheibe lassen sollte. Wer auf Gothic Metal mit Frauenstimmen steht, sollte sich eine der eben erwähnten Bands aussuchen. Den Polen kann man nur alles Gute für die Zukunft in hoffentlich anderen Projekten wünschen!

Anspieltipps:

  • The other side
  • On the edge

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