Lordi - Deadache - Cover
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Lordi Deadache


  • Label: Gun/SonyBMG
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Eurovision Song Contest 2006 wird wohl allen Musikliebhabern noch lange in Erinnerung bleiben. Die eine Hälfte denkt mit einem traurigen Lächeln an den Abend, an dem die finnischen Monsterrocker Lordi die einstige Schlagerveranstaltung endgültig demontierten – die anderen freuen sich noch immer diebisch darüber, dass es einer waschechten Hardrock-Band endlich (und bislang zum einzigen Mal) gelang, den wohl immer noch wichtigsten europäischen Popwettbewerb für sich zu entscheiden. Immerhin stand an jenem Abend beinahe die gesamte (Hard-)Rock und Heavy Metal Anhängerschaft hinter der kuriosen Truppe in Monsterkostümen, die es sich nicht nehmen ließ, ein lautes „Hard Rock Hallelujah“ für die Szene anzustimmen.

Nach diesem immensen Erfolg wäre es eine leicht nachvollziehbare Entscheidung, sich den Erfolg der partytauglichen Musik des Siegersongs und des ähnlich gearteten Albums „The Arockalypse“ zu Nutzen zu machen und mit dem Nachfolgewerk in die gleiche Kerbe zu schlagen. Tatsächlich aber wurden jene reinen Rockparty Songs, die auch auf dem Erstling „Get Heavy“ gut die Hälfte der Spielzeit ausgemacht hatten, komplett von dem neuen Album verbannt. Stattdessen regiert auf dem nun erscheinenden „Deadache“ die pure Monsterthematik. Dementsprechend kommen die meisten Songs eine Ecke kantiger und Metal-lastiger daher, als auf dem Vorgängeralbum. Somit ist auch eine deutliche Annährung an das von vielen Fans zwiespältig betrachtete Album „The Monsterican Dream“ auffallend.

An erster Stelle der Tracklist steht aber erstmal ein gewohnt morbide klingendes Intro, in dem die Monster zu einer Kinderliedmelodie ins Mikro knurren. Man freut sich schon auf einen ähnlich starken Einstieg ins Album wie auf „The Arockalypse“, doch wird zunächst erst einmal etwas enttäuscht. „Girls Go Chopping“ ist bei Leibe kein schlechter Song, hätte es aber Aufgrund seiner eher durchschnittlichen Melodiequalitäten auf dem Vorgängeralbum schwer gehabt. Entschädigt wird man dafür mit der Single „Bite It Like A Bulldog“, die zwar härter ausfällt, als die bisherigen Hit-Veröffentlichungen von Lordi, aber ähnlich im Ohr hängen bleibt wie „Blood Red Sandman“ vom Album „The Monsterican Dream“.

Eine Ecke langsamer und leider auch austauschbarer geht es mit „Monsters Keep Me Company“ weiter, bevor Lordi mit „Man Skin Boots“, „Dr. Sin Is In“ und „The Ghosts Of The Heceta Head“ alle Register ziehen: in Sachen Monster, Härte und Melodie bekommt der Fan hier die Vollbedienung. Gerade „Man Skin Boots“ überzeugt mit dem vielleicht besten Gitarrensolo der bisherigen Lordi-Veröffentlichungen, während die beiden anderen Nummern eher Riff- und Keyboardorientiert daher kommen. Mit „Evilyn“ fügt sich die einzige echte Ballade des Albums an.

Das stimmungsvolle Klavierintro „The Rebirth Of The Courtess“ leitet mit französischer Erzählstimme in den wohl härtesten Song des Albums über: „Raise Hell In Heaven“ wird mit seinem Mitgröhl-Refrain sicherlich zum zukünftigen Live-Set der Monsterrocker zählen. Danach folgen allerdings mit dem vergleichsweise poppigen Titelsong „Deadache“ und dem mit „Phantom Of The Opera“-Zitaten aufgemotzten „The Devin Hides Behind Her Smile“ zwei eher durchschnittliche, wenn auch nicht schlechte Songs, bevor „Missing Miss Charlene“ das Album würdig abschließt.

Unterm Strich ist „Deadache“ ein Album ohne Ausfälle, das mit einigen Höhepunkten durchaus überzeugen kann. Insgesamt erreicht es zwar nicht ganz den Spaßfaktor, den „The Arockalypse“ zweifellos für sich verbuchen konnte, dennoch gibt es bei den dreizehn Songs der Scheibe wenig zu meckern. Wie erwartet bleiben Lordi Garant für melodiösen 80er-Jahre-Hard-Rock für Fans von Alice Cooper und Kiss.

Anspieltipps:

  • Bite It Like A Bulldog
  • Man Skin Boots
  • Missing Miss Charlene

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