Magician - Tales Of The Magician - Cover
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Magician Tales Of The Magician


  • Label: Dockyard 1/SOULFOOD
  • Laufzeit: 56 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus Brasilien findet in letzter Zeit aus popmusikalischer Sicht eher selten etwas Epochales oder Erwähnenswertes seinen Weg nach Europa, spezialisieren sich die einheimischen Künstler schließlich eher auf die Musica Popular Brasileira, die Popularmusik von Brasilien, die mit unserem Begriff von Popmusik im Sinne von Britney Spears, Robbie Williams oder schlicht und ergreifend Radiogedudel nichts gemeinsam hat, sondern einen eher folkloristischen Zugang besitzt. Doch hin und wieder schummeln sich ein paar Musiker durch, die den Sprung nach Amerika und somit in den Rest der Welt bewältigen. Das weitgreifende Netz um die Brüder Max und Igor Cavalera (Sepultura, Soulfly, Cavalera Conspiracy, Nailbomb) oder die Power Metaller von Angra (letztes Album „Aurora consurgens“), aus deren Dunstkreis auch die Mitglieder von Magician hervorgegangen sind, wären einige (der gemessen an der Größe des Landes) wenige Beispiele.

Letztere veröffentlichen mit „Tales of the magician“ nun ihr erstes auf progressiv getrimmtes Power Metal-Langeisen und das kann sich zu weiten Teilen durchaus hören lassen. Zwar wäre der Gesamteindruck der Truppe rund um Dan Rubin (Gesang), Renato Osorio (Gitarre), Christiano Schmitt (Gitarre), Elizandro Max (Bass) und Zé Bocchi (Schlagzeug) wesentlich runder ausgefallen, würde sich die Plattenfirma nicht darauf versteifen die einzelnen Idole und Vorbilder der Musiker zu erläutern, die sich logischerweise an den ganz Großen des Genres wie Dream Theater, Yngwie Malmsteen, Hansi Kürsch (Blind Guardian), Eddie Van Halen oder Steve Vai orientieren. Das haben Magician nämlich gar nicht nötig und mit dem Erstling gleich jemanden vom Thron stoßen zu wollen, dürfte angesichts der noch etwas zaghaften Vorstellung ohnehin schwer werden.

Die fast eine Stunde lange Odyssee des Magiers Zhaldor, der sein Heimatland Zelgian vom Terror der Unterwelt befreien will, wirkt demnach zu großen Teilen stark bemüht, aber meist ziellos. Ob damit die langen beschwerlichen Wege des Hauptprotagonisten ihre musikalische Entsprechung finden hätten sollen, kann ich mir schwer vorstellen. Viel mehr ist dem Fünfer gut daran getan, wenn sie noch etwas mehr Zeit in ihre Songs stecken um einen ähnlichen Spannungsbogen vorweisen zu können, der annähernd an das Magnus Opus „Metropolis Pt. 2: Scenes from a memory“ (10/1999) oder ähnliche Großtaten der Progressive Metaller Dream Theater heranreicht. Im derzeitigen Stadium wollen die Brasilianer nämlich einfach zu viele Ideen in ihren Songs unterbringen, bevor überhaupt ein stimmiges Grundgerüst steht, was letztendlich zu keinem geschlossenen Spannungsbogen führt und viele Tracks aufgrund der ohnehin beachtlichen Länge noch weiter ausdehnt. Trotzdem ist hier eine Truppe im Anrollen, die man im Auge behalten sollte, denn viele kompositorischen Züge stimmen schon mal und könnten bei richtiger Reflexion bei Album Nummer zwei positiv ins Gewicht fallen.

Anspieltipps:

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  • Minstrel´s Domain
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