Status Quo - Still In Search Of The Fourth Chord (Deluxe Edition) - Cover
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Status Quo Still In Search Of The Fourth Chord (Deluxe Edition)


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 87 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Na so was! Da haben sich die stark rückläufigen CD-Verkäufe der letzten Jahre halbwegs eingependelt und schon verärgert die Musikindustrie ihre letzten Schäfchen mit absurden Wiederveröffentlichungen von Alben, die meist nicht mehr als ein Jahr auf dem Buckel haben. Bei „In search of the fourth chord“ ist es sogar ziemlich genau 12 Monate her, seitdem das 28. Studioalbum von Status Quo auf die Welt losgelassen wurde.

Mit einem zusätzlichen Bonussong, der ruhigen Pianoballade „One by one“, und einer beigefügten Live-CD erscheint nun eine als „Deluxe Edition“ ausgewiesene Version, die diese Bezeichnung nicht einmal annähernd verdient, sind die Live-Mitschnitte (mit Ausnahme von „Beginning of the end“) schließlich allesamt Evergreens, die tagtäglich im Radio laufen und die jeder Hardcore Status Quo-Fan mindestens einmal auf einem Konzert des Boogie Rock-Acts gesehen hat und daher in- und auswendig kann. Dass auf jeder Live-Platte, die Rossi & Parfitt in den letzten 40 Jahren rausgebracht haben mindestens die Hälfte der hier enthaltenen Songs fixer Bestandteil sind, bedarf ebenfalls keiner näheren Erläuterung. Kurz und schmerzlos ausgedrückt braucht diese Neuauflage eigentlich niemand. Die unbeirrbaren Langzeitanhänger werden es sich schwer überlegen den Vollpreis für einen einzigen neuen Song zu zahlen und all jene, die letztes Jahr noch nicht zugeschlagen haben, werden es dieses Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht tun. Daher gibt es für diese unsinnige Veröffentlichungspolitik einen halben Punkt Abzug, während für das restliche Material weiterhin folgendes gilt:

Eine neue Veröffentlichung von Status Quo in Händen zu halten, ist wie das gleiche Paar Socken jedes Jahr zu Weihnachten geschenkt zu bekommen. Man kann sie zwar brauchen, aber so richtig erfreut ist man nicht, bedeutet das schließlich, dass es sich die Person, die dahinter steckt, wieder einmal leicht gemacht hat. Dabei geht es Francis Rossi und Rick Parfitt (beide Gesang, Gitarre) gar nicht darum, es sich nicht schwer machen zu wollen und ihren seit Jahrzehnten gleich gebliebenen Sound in seinen Grundfesten zu überdenken, sondern die zwei einzigen Konstanten im Bandgefüge, des seit 1965 unter dem heutigen Namen agierenden Rock-Acts, wollen mit jeder neuen Veröffentlichung zeigen, was aus ihrem abgehangenen Klanggerüst noch alles herauszuholen ist.

Das ufert einerseits in die Verwendung einer indischen Tabla („Pennsylvania Blues tonight“), driftet in Richtung Schunkel-Pop („My little heartbreaker“) und zartbittere Rock-Ballade ab („Tongue tied“) oder bedient sich bei gefühlvollen Blues-Strukturen („Electric arena“). Der Rest fällt in die Kategorie „alles schon mal da gewesen“ und braucht eigentlich nicht näher erläutert werden, denn der Mix aus stampfendem („Gravy train“, „Figure of eight“) und gut gelaunt dargebotenem Boogie-Rock („Alright“, „I don´t wanna hurt you anymore“), dem gelegentlich ein Piano untergejubelt wird, ist seit über 40 Jahren der selbe.

Besonders stark stechen bei „In search of the fourth chord“ (übrigens eine Anspielung auf die weit verbreitete Meinung Status Quo könnten nur drei Akkorde spielen) aber seltsamerweise nicht die anders klingenden Songs hervor, da sie mehr eine zweckmäßige Aufgabe erfüllen und die besteht darin, in die altbekannten Songs im unvergleichlichen Stil doch hin und wieder ein neues Gewürz einzustreuen, um die Platte etwas aufzulockern und nicht in ein strikt befolgtes Schema pressen zu können. Trotzdem will man aufgrund solch blutleerer, vor sich hin trottender Stücke wie „You´re the one for me“ (gerade einmal das sich durch den Song ziehende Anfangsriff ist interessant) oder „Bad news“ mit der Platte nicht richtig warm werden, selbst wenn man schon vier oder mehr Alben der Briten zuhause im Schrank stehen hat. „Wir gehören einfach zusammen, denn unseren Sound kriegen wir nur zu zweit hin“ erklären Rossi und Parfitt. Vielleicht sollten sie trotzdem auch mal über eine grundlegende Frischzellenkur nachdenken.

Anspieltipps:

  • Gravy Train
  • Electric Arena
  • Pennsylvania Blues Tonight
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