Golden Bug - Hot Robot - Cover
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Golden Bug Hot Robot


  • Label: Gomma/Groove Attack
  • Laufzeit: 48 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Rein auf elektronische Musik ausgerichtete Alben zu veröffentlichen ist immer ein schwieriges Unterfangen, denn was in den Clubs bei voll aufgedrehter Anlage mit dazugehörigen Lichteffekten bestens funktioniert, kann sich im heimischen Wohnzimmer schnell als schwachbrüstiger Rohrkrepierer erweisen. „Die Mischung macht´s“ ist zumindest einer der vielen Punkte auf die man als Produzent solcher Kompositionen achten muss, schließlich läuft eine handelsübliche Platte im Durchschnitt 40 Minuten und die wollen mit sinnvollem Material gefüllt sein statt den Hörer mit immer denselben Abläufen zu langweilen.

Antoine Harispuru, Kopf und Begründer hinter Golden Bug möchte mit seinem Debüt „Hot robot“ diese Bürde auf sich nehmen und eine Scheibe vorlegen, die sowohl auf der Tanzfläche als auch zuhause für zuckende und zappelnde Glieder sorgt. Um die Spannung gleich vorweg zu nehmen: Es wird bei dem Versuch bleiben. Die derzeit immens angesagte Melange aus Soul, Funk, Hip Hop, Disco und fetzigen Rock-Gitarren gepaart mit dreckigen und knarzenden Acid-Beats aus dem Synthesizer hat auch der Pariser im Gepäck. So frisch und unbedarft wie „†“ (07/2007) von Justice oder „Idealism“ (06/2007) von Digitalism geht Harispuru aber nie vor.

Durch zerstückelte Vocals versucht er Aufsehen zu erregen um von den meist eindimensionalen Strukturen abzulenken, die Daft Punk schon vor Jahren erschöpft haben. Selten funktioniert ein Track so gut wie „Rocket city“ oder „Back to death“ und das gerade die zwei kürzesten Stücke „Voodoo child“ und „Slow interlude“ am Interessantesten wirken, spricht ebenfalls nicht gerade für das Schaffen von Golden Bug. Nach einer geschlagenen Dreiviertelstunde Fiep, Knarz und Bumm kommt man zu keinem anderen Ergebnis, als dass „Hot robot“ schlicht und ergreifend fad ist. Daran kann auch der nicht jugendfreie Text von „Barbie´s back“ etwas ändern oder gelegentliche Passagen, die in ein DJ-Set integriert sicherlich einheizen würden, da auf Albumlänge gestreckt hier kaum etwas zum ungezügelten Abshaken anregt, lediglich ausgetrampelte Pfade abgegrast werden und die Platte zu keiner Zeit außergewöhnlich anders als vorangegangene Veröffentlichungen in diesem Genre klingt.

Anspieltipps:

  • Rocket City
  • Voodoo Child
  • Back To Death

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