TNT - Atlantis - Cover
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TNT Atlantis


  • Label: Metal Heaven/SOULFOOD
  • Laufzeit: 48 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sind das wirklich T.N.T. – die Hard- und Glamrocker aus Norwegen die in den 80ern und nach ihrer Reunion 1997 mit „Firefly“ und 1999 mit „Transistor“ herrlichen modernen Metal fabrizierten? Ich jedenfalls werde diese 47 Minuten und 55 Sekunden nicht so schnell wieder aus meinem Kopf verdrängen können. Zu tief sitzen die Wunden, welche die vierköpfige Truppe mit „Atlantis“ hinterlassen hat. Es ist ja gar nicht mal ein Problem, wenn eine Band im Laufe der Zeit und mit dem Alter ein wenig an Härte einbüßt. Oftmals kommen dabei sogar ausgefeilte Kunstwerke heraus, für welche die Truppen in jungen Jahren noch nicht bereit waren. Bei T.N.T. allerdings wich die Härte zu Gunsten belangloser und langweiliger Pop Stückchen, die selbst lahmer als jeder Mainstream Radiosong daherkommen.

Das Übel beginnt gleich mit dem Opener „Hello, hello“, bei welchem vor allem die Beachboys-Chöre die Zehennägel nach oben biegen lassen. Die quäkende Stimme von Tony Mills, die jedes Lied fest im Griff hat, gibt dem Opener noch den Rest. Aber auch das missglückte „Peter Seller Blues“ zeigt, welche Musikrichtung der Truppe überhaupt nicht liegt. Das ganze passiert mit einer Deutlichkeit, dass der eingeschlagene Weg von T.N.T. nicht im Geringsten nachvollziehbar ist. Wer denk, es würde sich irgendwann etwas bessern, der kann seine Hoffnungen gleich wieder begraben. Sei es billig gemachter Rock’n‘Roll („Baby’s got the rhythm“), schlechter Pop-Rock ala Queen („Tango girl“), verunglückte Balladen („Me and dad“), seichter Surf-Rock mit Violinen („The taste of honey“), kein Song von „Atlantis“ lässt sich empfehlen. Aus diesem Grund kann ich auch keinen einzigen der Titel als Anspieltipp empfehlen, denn es existiert schlichtweg keiner! Den zweiten Punkt gibt es aus einem Grund: Weil der Produzent seinen Job gut gemacht hat und nur deshalb!

Treffender hätten die Skandinavier das Album wohl nicht benennen können. Denn „Atlantis“ wird aller Voraussicht nach ein zweites Mal untergehen. Und wenn sich die Formation nicht auf dem eventuellen Nachfolger einem radikalen Kurswechsel hingibt, wird es der Band ebenso gehen. Wie die Truppe so weit vom Kurs abkommen konnte, ist wirklich ein Rätsel. Prinzipiell sind Experimente von Bands nicht schlecht für die Weiterentwicklung, aber diese CD ist ein kompletter Fehlversuch gewesen.

Anspieltipps:

  • Keine
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