Beangrowers - Not In A Million Lovers - Cover
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Beangrowers Not In A Million Lovers


  • Label: Schoenwetter/Broken Silence
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Man kann nur ernten was man sät, das wissen auch Alison Galea, Mark Sanzone und Ian Schranz aus Malta. Ihr Tanzflächenfeger „Dance Dance Baby“ war schon ein ordentliches Stück Pop-Rock mit Wave-Einschlag. Im internationalen Vergleich konnte sich das sehen lassen. Knapp drei Jahre später wird also die neue Ernte eingefahren und gespannt beobachtet man, ob sich unter das übliche Eigengewächs neue Einflüsse gemogelt haben. Der inzwischen dritte Langspieler der Malteser wird zeigen, ob auch im verflixten siebten Jahr seit dem Debüt „Beangrowers“ die Qualität noch stimmt.

Der Wave-Faktor ist auch dieses Mal vorhanden, wie die ersten elektronische Töne schon verraten, doch ansonsten wird der Hörer auch hier wieder mit Popmusik der klassischen Sorte konfrontiert. Allisons Stimme ist sauber und klar und angenehm im Ohr und die Melodien gut durchdacht. Was vielleicht noch fehlt ist die Eindringlichkeit des Openers, aber es ist halt noch ein Opener. „Untitled Forever“ sorgt dann dafür, dass dieses Manko ausgemerzt wird und gleichzeitig daran erinnert wird, dass es sich bei den Beangrowers auch um eine Rockband handelt. Da werden die Schlagzahlen gekonnt erhöht. Mit einem absoluten Ohrwurm Riff des Basses beginnt der Titeltrack, der sich im Mittelteil allerdings ein wenig verirrt. Da hätte man sich eine höhere Ausbeute erwünscht.

Dem Schema entsprechend folgt wieder ein rockiger Part mit „Love Can Do You No Harm“ und der nutzt die tolle Bassline. Es kristallisiert sich auch langsam das Erfolgsprinzip der drei Musiker heraus: Ihre Musik ist catchy. Eine leichte Stimmung, die eben so leicht im Ohr bleibt sorgt für beschwingtes, genehmes zuhören, was über kleine Schwächen der Songs hinwegtröstet. Allerdings wird dieses Abwechslungsschema langsam langweilig. Die Ballade „Ours Is A Small Flat“ funktioniert bis auf die Längen noch und – Überraschung – „Available“ haut dann wieder die kratzigen Gitarren raus. Selbst wenn die Lieder etwas Neues präsentieren wollten, würde es untergehen aufgrund des gleich bleibenden Rhythmus des Albums.

Das ist allenfalls gekonntes Mittelmaß, große Ambitionen klingen anders, die man doch nach „Dance Dance Baby“ durchaus erwarten konnte. Doch vielleicht haben sie ihren Zenit ja schon erreicht. Dass es anscheinend doch noch besser geht, zeigen dann plötzlich „Depths Of Bavaria“, das wieder mit düsteren Klängen überzeugen kann, genau wie das folgende „Machine“. Party-Rock kehrt mit „Good Band Bad Name“ auch zurück und man fragt sich, ob Beangrowers diesen schwachen Mittelteil wirklich nötig hatten. Wie entfesseln spielen sie plötzlich auf, beachtet man jetzt das etwas platte „Like Ken“ einmal nicht und beachtet auch die Fähigkeiten Hymnen zu schreiben, wie es das Finale glänzend präsentiert. Der kurze, nichts sagende Bonustrack wirft dann wieder jede Menge Fragezeichen auf. Vielleicht eine Erklärung für den Mittelteil.

Es wäre mehr drin gewesen, doch streckenweise machen es sich Frau Galea und Kumpanen noch zu einfach. Zu einfach gestrickt sind die Tracks teilweise einfach und so gewinnt man keinen Blumentopf, keinen besonders schönen zumindest. So bleibt die Ernte doch so ziemlich identisch mit jener vor einigen Jahren, was ja nicht schlecht ist, auch wenn es schade um die wirklich gut gediehenen Stücke ist. Ob da noch Luft nach oben ist? Wie die nächste Saat ausschlägt, werden wir ja sehen.

Anspieltipps:

  • Untitled Forever
  • Depths Of Bavaria
  • Good Band Bad Name

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