Unitopia - The Garden - Cover
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Unitopia The Garden


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 101 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Da haben die Australier von Unitopia nun mit InsideOut ein etabliertes Prog-Label gefunden und präsentieren auf ihrem zweiten Album prompt einige Longtracks, als wenn das schon ein Prog-Rock-Album ausmachen würde. Dabei haben die beiden hervorstechenden Tracks „The Garden“ (23 Minuten) und „Journey’s Friend“ (17 Minuten) tatsächlich das Zeug zu Prog-Klassikern: Eingänge Melodien, wechselnde Tempi, dazu ein guter Sänger und eine einwandfreie Produktion. Aber genau dort liegt der Kern des Problems: Es mangelt an Ecken und Kanten, die ganze Produktion wirkt extrem weichgespült. Da helfen auch keine versuchten Gegensätze wie bei „Journey’s Friend“ als eine James-Last-Unterhaltungsmelodie auf ein hartes AC/DC-Gitarrenriff mit ebenso kreischendem Gesang trifft. Überhaupt verliert sich der Song schnell in Belanglosigkeit. Anders „The Garden“, das trotz der runden Ecken zumindest durch einen Roten Faden überzeugt und abwechslungsreiche wenn auch irgendwie vorhersehbare Arrangements bietet.

Problem Streicher. Die bei Rockmusik einzusetzen, ist häufig eine Gratwanderung. Unitopia bedienen sich ihrer mehrmals, unter anderem bei „Give And Take“ und da das Album sowieso schon eine Nähe zum Pop hat, ist die Wirkung eher kitschig übertrieben als ein gelungener Kontrapunkt. Wo wir schon bei kitschig sind, ähnliches gilt für – der Name ist Programm – „Love Never Ends“. Vielleicht hätten die Australier sich auf eine einfache statt einer Doppel-CD beschränken sollen, denn es gibt einige gute Songs und etliche gute Ansätze (z.B. „Don’t Give Up Love“), doch besonders auf der zweiten CD lässt die anfangs noch hohe Qualität deutlich nach, da hilft auch nicht der versöhnliche Abschluss mit „321“. Gut möglich aber, dass Freunde der seichteren und stark melodieorientierten Prog-Musik Gefallen an dem Werk finden. Übrigens: Schon das völlig überladene Cover ist ein erstes Indiz, dass eine Band hier einfach zu viel wollte. Auch wenn es einen Fünfer für das Phrasenschwein kostet: Weniger ist meistens mehr.

Anspieltipps:

  • The Garden
  • I Wish I Could Fly
  • 321

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