Mama Boom! - Bestens - Cover
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Mama Boom! Bestens


  • Label: Raboisen Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn sich zwei exzessive Elvis-Fans an der Uni treffen und beide auch musikalisch begabt sind, dann muss dabei ja eine Mischung aus Rock, Rap/HipHop und Dancfloor entstehen… Moment mal? Wie war das gerade? Das ist doch wohl ein Scherz, oder? Nein, Don DiNero und Pascal eint tief im Innern die Liebe zu Elvis, wenn sie zusammen Musik machen, kommt – besonders aufgrund Pascals Liebe zu saftigen Beats – dabei eine Mischung aus Seeed auf Hamburg und entspannten Rockriffen raus. Dass der HipHop auch in der Hansestadt und im Umfeld erfolgreiche Wurzeln schlagen kann, hat Fettes Brot ja längst bewiesen und jetzt komme diese zwei Grünschnäbel daher, um sich selbst gekonnt in den Ring zu werfen.

Was sich als bloße Spaßband ankündigt, wird schnell zu einer puren Spaßband. Beschreibt „Gute Idee“ die Suche nach dem perfekten Chartstürmer, bringt „Mok Wi“ norddeutschen Witz mit hinein. So macht das Musikleben spaß! Stets sind einprägsame Gitarrenriffs mit prägnanten Beats unterlegt und der Gesang geht von schnell bis „washabendiedaebengesagt?“. Die Gitarrenakkorde unterstützen auch oft das Reggae-Feeling, das einen guten Teil des Albums ausmacht. Mit welcher Lebenslust die beiden Jungs zur Sache gehen ist teilweise beängstigend, ist ein „Mehr“ auf bestem Seeed-Niveau anzusiedeln: Bläser, weibliches Backgroundgestöhne und ein unwiderstehlicher Groove. Die Texte sind nie platt, sondern machen stets Laune und keiner muss sich schämen, sie mitzusingen.

Ausgerechnet die Hymne an ihren großen Helden den „King“ ist eine Nummer mit einer kleinen Schwäche: Dem Refrain. Ein wenig zu poppig geraten und zu wenig Druck dahinter. Beginnt der Track mit der Strophe doch geradezu genial und auch die Instrumentalisierung ist richtig gut gewählt. Der vorherrschende Bass erinnert an eine alte Elvismelodie, welche wird nicht verraten. Überhaupt darf der Pop jetzt ein wenig mehr durchscheinen. „Revolution“ ist einprägsam, wie auch schon die anderen Lieder, der Lovesong ist allerdings hart an der Grenze von seicht und hält sich nur gerade so noch im Bereich entspannt. Den letzten Rest geben sich die Jungs dann mit der Fortsetzung „Mama Morgana“. Das Tempo geht hoch und die Melodie ist so leicht mitzusingen, dass es beinah nervt und trotzdem hat der Song einen guten Beat und das zählt hier ja schon eine ganze Menge.

Der Wortwitz wird aber wieder vielfältiger mit den folgenden Stücken. Hymnen für die Fans wie „Ohne Dich“ und „Bruce Will Es“, die an Pop nicht sparen und „Dicke Luft“ erklärt sich mit dem Titel eigentlich schon von selbst. Dass ausgerechnet dieser Song eine reine Reggaenummer ist und damit trotzdem entspannt wirkt, passt zu Mama Boom!. Die Palette wird dann noch mit „Sowas Von“ herrlich um einen Tangorhythmus erweitert. Und die zwei sind sich echt sicher, dass sie Elvisfanatiker sind? Hier lassen sich viele Einflüsse erkennen, doch die des Kings bestimmt nicht.

Dass die Besten, dann doch einen Tick zu lahmen Reggae abliefert ist zu verschmerzen, es kann ja nicht jeder Track sitzen. „Feel Alright“ liefert dafür wieder beste Uptempo-Unterhaltung und der krönende Abschluss „Kommjaschon“ ist wieder auf höchstem Dancefloorlevel. Die Lässigkeit einer Band wie Seeed und die Erfahrung des Fetten Brotes fehlen noch, was die jungen Männer aus der Hansestadt hier abliefern muss sich dennoch nicht vor den großen Namen verstecken, sondern bereichert die Szene.

Anspieltipps:

  • Mok Wi
  • Mehr
  • Kommjaschon

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