Knucklebone Oscar - Back From The Jungle - Cover
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Knucklebone Oscar Back From The Jungle


  • Label: Rookie Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Langsam reicht es mit diesen „best gehüteten Geheimnissen des Skandinavischen Rocks“. Immer die gleiche Leier. Skandinavien hat inzwischen den Stil der Insel 1:1 übernommen und präsentiert Woche für Woche den neuen ganz großen Wurf. Dass da auch viele Enttäuschungen rauskommen und die kleinen Perlen irgendwann nicht mehr von den Kieselbrocken zu unterscheiden sind, scheinen die Nordeuropäer gut verkraften zu können, verkaufen sich Album von dort doch fast schon genau so gut, wie jene aus Britannien. Das neue große Wunder ist nun also der kleine Oscar. Dieser spielt Ausnahmsweise mal nicht völlig verquertes oder heftigen metal, sondern besinnt sich auf Rock’n’Roll. Dieser wird aber nicht minder hart präsentiert.

„Rockabilly Messiah“ eröffnet das Treiben des Finnen und seiner Band, bestehend aus Tommi Ollikainen (Gitarre), Janne Lihamestari (Bass) und Niko Votkin (Schlagzeug) mit einem Schuss Rockabilly und lässt aber schon hier und da den Garagenrock und die Punkelemente durchscheinen. Ganz besonders wird aber eines abgeliefert: Melodien zum Genießen. Nicht nur der Opener allein, sondern auch das Folgeprogramm weiß zu überzeugen. Sei es das sich ins Ohr fräsende „Loose Trigger Billy“, welches die Überreste des Openers aufsammeln darf oder „Bantam Fight“, welches psychedelisch und wüst aus den Boxen stampft. „Heart Of The City“ kehrt dann zurück zum Rockabilly und lässt trotz Uptempo den Hörer durchatmen.

Wer immer mal wieder grobe Vergleiche zu den früher auch eher krachenden White Stripes sucht, wird dann bei „Red Pony Tail“ fündig. Das Gitarrenriff könnte direkt von Jack White stammen und auch das explodierende Schlagzeug könnte Meg White so aus dem Handgelenk schütteln. Dieser Stil wird auch beim folgenden „Chicken Lover“ beibehalten. Wie sich das für echten Punk-Rock gehört, muss ein Lied unter zwei Minuten schlichtweg verrückt sein und das schafft dieses Lied ohne Frage. Die erste Hälfte endet also durchaus erfreulich und ohne viel Zeit zum Nachdenken überrollt den Hörer die zweite Hälfte.

Zurück zum Rock’n’Roll heißt die Devise bei „Two For Price Of One“. Das Duett geht ins Blut und kann sich dem guten Niveau des Albums anschließen. Anscheinend muss man sich um Leistungsabfall keine Sorgen machen. Es ist schon toll, wie der Finne es versteht, die Stimmung hochzuhalten, indem er schlichtweg dem Prinzip „Warum-Neues-Wenn-Es-Schon-So-Viel-Gutes-Gibt“ folgt. Die Musik, die Knucklebone Oscar macht, kommt einem immer irgendwo bekannt vor, das ändert sich auch mit dem elektronisch angehauchten „Hot Rod Baby“ und durch den straighten Rocker „Mona Liza“ sowieso nicht. Richtig psychedelisch wird es dann noch mal beim durchgeknallten, nicht durchweg gelungenen „Boogie Bedouin“ und zum Abschied geht es dann „Back To The Jungle“. Auch hier ist es eine Spur zu verrückt und doch eintönig zu gleich. Schade, denn das verhindert eine richtig gute Bewertung. Was bleibt ist aber ein Album, das immer wieder versteht Spaß zu bringen und seine Schwächen so gut es geht kaschiert.

Anspieltipps:

  • Rockabilly Messiah
  • Bantam Fight
  • Red Pony Tail

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