Gemma Ray - The Leader - Cover
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Gemma Ray The Leader


  • Label: Bronzerat Records
  • Laufzeit: 34 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Er ist davon auszugehen, dass aufgrund dem Fehlen einer Hitsingle der Erfolg ausbleiben wird, den Norah Jones oder Amy Winehouse gefeiert haben.

Gemma Ray? Komischer Name! Die Musik, die die in Essex geborene, junge Frau macht, ist aber keinesfalls als „komisch“ einzuordnen. Und während die englische Presse sich beinahe selbst in Vergleichen mit anderen Sängerinnen erstickt, versuchen wir uns auf das zu konzentrieren, was diese Frau da nun an Musik mit Hilfe des Produzenten Michael j Sheehy zu Stande gebracht hat.

Nach dem kurzen Intro „Yes I Am…“ beginnt auch schon der ganz eigene Klangteppich der Gemma Ray sich auszubreiten. Dumpfe Pauken, Xylophontöne, Akustikgitarre und die niedliche, aber doch starke Stimme Gemma Rays. Auch die Harmonika darf sich immer wieder die Ehre geben und hier und da ist Gemma selbst als ihr eigener Hintergrundchor zu hören. Dabei werden alle möglichen Stimmungen abgeklappert. Ist „Hard Shoulder“ ein ruhiger Einstieg, um sich mit dem Stil der Engländerin anzufreunden, überzeugt „Dry River“ mit Ohrwurmrefrain und „Bring It To Me“ lebt von aggressivem, schnellem Tempo, das durch den ausdrucksstarken Gesang toll abgerundet wird und wenn man gerade mit einer weiteren Steigerung rechnet, tönt mit „Rise Of The Runts“ ein konventioneller Popsong im Musikgewande der Gemma Ray aus den Lautsprechern.

Zurück zur richtigen Eigenständigkeit geht es dann wieder mit „On Your Own“, welches sich wieder stärker an „Dry River“ orientiert. Wiederholung des Titels im Refrain ist das Programm und eine geheimnissvolle Stimmung, irgendwann zwischen den 60ern und Jetzt strömt durch den Raum. Die Harmonika und die spärlich eingesetzte E-Gitarre tun das Ihrige zu dieser Atmosphäre dazu. „Metal In The Morning“ besinnt sich dann wieder weg vom Blues und vom Soul, hin zum Gospel-Pop. „Name Your Lord“ beweist sich dann als maximalistisches Stück, welches sich zwischen den ruhigen Stücken „Metal In The Morning“ und der Ballade „Eyes And Ears“ sehr wohl fühlt und den Hörer ordentlich durchschüttelt.

Der Blues bleibt einem auch weiterhin erhalten und tritt sogar trockener als zuvor auf, wenn bei „Pick-Up Truck“ ein diesmal minimalistischer Klangteppich die markante Stimme umgarnt. Der Endspurt des Albums gelint umso mehr, wenn das beschwingte, intelligente „H-H-Hannah“ erklingt und als klassicher Gitarrensong für wohlige Stimmung sorgt. Als Rausschmeißer der ruhigen Sorte versucht sich dann „New Life“, das Gemma Ray von ihrer zerbrechlichen Seite zeigt. Und obwohl das Klangbild wie Glas zu zerbrechen droht, ist Stolz in dieser Stimme, der keine Hilfe zulässt. Schließlich ist sie „…The Leader“ und stellt sich dieser Verantwortung im Abschlusstrack famos. Wie in einem guten Western, reitet deas Lied dem Sonnenuntergang entgegen, ohne sich reuevoll umzublicken. Der Blick gilt nur der untergehenden Sonne. Sonst passiert in diesem Track auch nichts mehr, aber stimmungsvoll passt er einfach.

Er ist davon auszugehen, dass aufgrund dem Fehlen einer Hitsingle der Erfolg ausbleiben wird, den Norah Jones oder Amy Winehouse gefeiert haben, doch das schmälert nicht die Qualität dieses Albums, das sich von der breiten Masse doch absetzen kann und mit Eigenständigkeit zu gefallen weiß.

Anspieltipps:

  • O Your Own
  • H-H-Hannah
  • Bring It To Me

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