Washington - Rough Noir - Cover
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Washington Rough Noir


  • Label: Glitterhouse Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Hochgelobt mit dem arktisch-melancholischen „A New Order Rising“. Eingängiger und mit Mut zur Melodie auf „Astral Sky“. Die Band aus dem hohen, kalten Norden legt nach. Und „Washington“ finden ihren Weg diesmal irgendwo dazwischen. Sigur Rós , Seabear und Mogwai als treue und akustische Begleiter im Geiste.

Zunächst scheint es jedoch als würde „Rouge/Noir“ eine vollkommen andere musikalische Richtung einschlagen. Denn bei der zerrissenen, mit zähen Klängen versetzten und schwer greifbaren Atmosphäre des gleichnamigen Album-Opener, kommt man erst einmal gehörig ins Stutzen. Wohin nur ist die polare Schwerelosigkeit frühere Alben verschwunden? Die Frage stellt sich aber nur knappe 4:30 Minuten lang. Denn schon im darauf folgenden „Something Of A Voyage (Into The Underworld)“ befindet man sich samt seinen Lieblingsmelancholikern aus Tromsø wieder unter einem „Astral Sky“. Hier sind sie wieder. Die intim-melodische Welten, die im stetigen Duett mit der vertraut sanften Stimme von Sänger Rune Simonsen geradewegs aufblühen.

Die akustische Dringlichkeit eines geblasenen, gestrichenen und gezupften „Last Of Eve“. Das breite, hymnisch gestreckt-flirrende „Andante“. Oder der absolute Eisgipfelstürmer „Appendix 1:As Waves Shape The Sea“, der sich höchst episch von innigen Klängen bis hin zum detonierenden akustischen Knall aufbläht. Washington entdeckt die Macht der Gitarren und damit auch die Chance einer bewussten Balance zwischen Kälte und Wärme. „Guerre De Rue“ ist der eingängige Pop-Song der Platte, dessen Zug zum rockenden Gitarrenspiel den ein oder anderen Fjord zum zaghaften Beben bringen wird, während „Fresco“ weite, schneebedeckte und endlose erscheinende Landschaften vors geistige Ohr projiziert.

Diese Platte ist zwar nicht ihre Beste. Ihre Ambitionierteste jedoch alle mal. Und obwohl sie mit „Rouge/Noir“ die Begeisterungsfähigkeit der ersten beiden Alben nicht ganz erreichen können, musizieren Washington erneut auf immens vertrautem, melancholischem, wie auch hohem Niveau.

Anspieltipps:

  • Something Of A Voyage (Into The Underworld)
  • Last Of Eve
  • Appendix 1:As Waves Shape The Sea
  • Fresco

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