Fall Out Boy - Folie Á Deux - Cover
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Fall Out Boy Folie Á Deux


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf dem Boulevard des Bublegum-Kitsch-Pop.

Der Weg von der Emorockband aus der Garage zum international erfolgreichen Majoract mit täglichen Yellow-Press-Schlagzeilen und Promi-Ehe zwischen Songschreiber und Bassist Pete Wentz (29) und Pop-Sternchen Ashlee Simpson (24) war für viele Ur-Fans von Fall Out Boy sicher nicht der angenehmste. Doch das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen und wir müssen mit den „neuen“ Fall Out Boy leben.

Und diese sind anno 2008 noch mehr Pop als auf dem Vorgänger-Album „Infinity On High“ (03/2007), was so viel heißt, dass sich Beatles- und Queen-Harmonien um die Wette balgen, während große Orchesterklänge aufgefahren werden und sich die zerrenden Rock-Gitarren der Frühwerke immer mehr in den Hintergrund drängen lassen. Dermaßen viel Pomp und Glitter kann natürlich sehr schnell nach hinten losgehen, nämlich wenn sich hinter unzähligen Tonspuren – zusammengebastelt von Studio-Zeremonienmeister Neal Avron (Disturbed, Linkin Park, Yellowcard, Plain White T’s) – nichts weiter als heiße Luft verbirgt. Und genau damit hat „Folie à Deux“ zwischenzeitlich zu kämpfen.

Dabei ist das Talent von Pete Wentz, Patrick Vaughn Stump, Joe Trohman und Andrew Hurley immer wieder zum Greifen nahe. Dann blitzen Melodiebögen und Ideen auf, die zur Hitsingle geboren („Disloyal order of water buffaloes“, „The shipped gold standard“, „Coffee’s for closers“) bzw. einfach nur gut geklaut sind („I don’t care“) oder jeden Gute-Laune-Wettbewerb gewinnen würden („She’s my Winona“). Das geht sogar soweit, dass Fall Out Boy wie Maroon 5 klingen – nebst Unterstützung des derzeit wohl angesagtesten Rappers Lil Wayne („Tiffany blews“). Doch danach wird es ab und zu etwas arg glatt auf dem Emo-Pop-Punk-Parkett. So greift „What a catch, Donnie“ tief in die Gästeliste und versammelt so unterschiedliche Charaktere wie Alex deLeon (The Cab), William Beckett (The Academy Is), Travis McCoy (Gym Class Heroes), Brendon Urie (Panic At The Disco) und Elvis Costello zu einer mächtigen Kitschhymne oder der Hörer bekommt Bläserriffs und bemühte Theatralik („Headfirst slide into Cooperstown on a bad bet“) bzw. absolute Grütze aus dem angestaubtem Neptunes-Labor („W.A.M.S.“) auf die Mütze.

Auch Titel wie „America’s suitehearts”, „27“ und „20 Dollar nose bleed“ führen direkt auf den Boulevard des Bublegum-Kitsch-Pop, den Fall Out Boy bis zum Schluss treu bleiben. Damit versauen sich die Jungs nicht nur die B-Note, sondern auch den anfänglich guten Eindruck von „Folie à Deux“, das viel verspricht, aber unterm Strich zu wenig davon einhält.

Anspieltipps:

  • I don’t care
  • Tiffany blews
  • Coffee’s for closers
  • The shipped gold standard
  • Disloyal order of water buffaloes

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