Exodus - Let There Be Blood - Cover
Große Ansicht

Exodus Let There Be Blood


  • Label: Plastic Head/SOULFOOD
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit legendären oder durchweg perfekten Alben ist das immer so eine Sache. Einerseits sind sie über jeden Zweifel ihrer Existenz erhaben, setzen sich jahre- oder jahrzehntelang gegenüber anderen Outputs ihrer Sparte durch und werden allgemein als die Spitze des Genres betrachtet, während sie dadurch natürlich eine breitere Angriffsfläche bieten als stille Meisterwerke, die in der Öffentlichkeit kaum Beachtung finden oder gefunden haben. Ist es als Band nun also besser ein „Reign in blood“ (Slayer) abzuliefern oder sollte es genügen sein Opus Magnum „Please...Die“ (Carnal Forge) zu nennen? Wie die Antwort für jeden Einzelnen auch ausfallen mag, „Bonded by blood“, das seine Erstveröffentlichung 1985 fand und die Bay Area Thrasher Exodus an die Speerspitze der damals noch unter dem Banner Speed Metal agierenden Schublade katapultierte, ist und bleibt ein Klassiker.

Damals noch mit dem mittlerweile verstorbenen Paul Baloff hinterm Mikro, darf anno 2008 logischerweise der seit 2005 im Dienst befindliche Rob Dukes seiner Aggressivität freien Lauf lassen wenn es darum geht der rohen Wut des Originals gerecht zu werden. Diese Hürde (sofern sie für ihn überhaupt jemals vorhanden war) nimmt er allerdings gelassen und meistert jede Passage der neun Stücke mit viel Elan und bleibt seiner bisherigen Linie, die die letzten Outputs „The Atrocity Exhibition: Exhibit A“ (10/2007) oder „Shovel headed kill machine“ (09/2005) ausgezeichnet haben, treu, was „Let there be blood“ wirken lässt als wäre es ein komplett neues Studioalbum. Wie wir aber alle wissen, ist dem nicht so und damit wären wir auch schon beim größten Stolperstein der eigentlich gut gemeinten Neuaufnahme dieses Klassikers angelangt.

Außer einer an die modernen Studiomöglichkeiten angepassten Produktion und einem etwas glatt poliertem Klangbild, das sich an den Sound der vorangegangenen Alben hält, gibt es für den Die Hard-Exodus-Fan eigentlich nichts, was den Kauf rechtfertigen dürfte. Abgesehen davon, dass statt Baloff eben Dukes ins Mikro schreit. Die Riffs und Leads sind vielleicht ein klein wenig exakter und die Schlagzeugarbeit drückt angesichts der unterschiedlichen Abmischung mehr aus den Boxen, aber für jeden Thrasher war ohnehin schon die Vinyl-Ausgabe der Erstveröffentlichung das Maß aller Dinge und dieser Punkt ist wohl von daher vernachlässigbar. Wer diesen zeitlosen Hammer noch immer nicht im Regal stehen hat, sollte dies schleunigst nachholen, ansonsten gilt: Man wird sicherlich nicht enttäuscht, ein Muss ist das Teil aber keinesfalls.

Anspieltipps:

  • Piranha
  • No Love
  • A Lesson In Violence
  • And Then There Were None

Neue Kritiken im Genre „Thrash Metal“
7/10

Seasons Of The Black
  • 2017    
6/10

The Devil Strikes Again
  • 2016    
Diskutiere über „Exodus“
comments powered by Disqus