Andreas Rohde - George Harrison Solo: Eine musikalische Biographie

  • 22.03.2013
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Eine wissenschaftliche Abhandlung über den (gar nicht mal so) „stillen Beatle“.

2009 wurde in der Hope University in Liverpool ein Beatles-Studiengang eingeführt. Die Studenten haben die Möglichkeit, ihren Master Of Arts in Beatles-Kunde zu machen. Klingt skurril und ist es am Ende dann auch. Wer allen Ernstes über eine Immatrikulation nachdenkt, darf sich zumindest über eine bisher unvergleichbare, enorme Sammlung an Forschungsarbeiten erfreuen, die es in solcher Form für keine andere Band gibt. Für eventuelle Veranstaltungen in Sachen George Harrison legt Prof. Dr. Andreas Rohde nun nach. Er ist Professor für Englische Sprachwissenschaften und Sprachdidaktik an der Universität zu Köln und von Kindesbeinen an ein glühender Verehrer der einstigen Pilzköpfe von The Beatles. Besonders George Harrison wurde schnell zu seinem Liebling erkoren.

„Seine Songs haben etwas Warmes, Sehnsüchtiges, Unergründliches, das mich besonders berührt“, heißt es im Klappentext von „George Harrison solo - Eine musikalische Biographie“. Rohde zollt seinem Idol Tribut, indem er minutiös und lückenlos die vielleicht umfangreichste, kompletteste und genaueste Schrift über ein Mitglied der Beatles verfasst, die es jemals im deutschsprachigen Raum gegeben hat. Egal, ob er nun die einzelnen Lebensstationen des 2001 verstorbenen Liverpoolers abhandelt oder sämtliche (!) seit jeher erschienenen Alben, Filme oder Schriften abhandelt und kommentiert - Rohde hat stets einen wissenschaftlichen Anspruch, den er mit zahlreichen Fußnoten belegt.

Hier findet sich sowohl die größte Stärke als auch Schwäche von „George Harrison solo - Eine musikalische Biographie“. Während der durchschnittliche Anhänger der Beatles Gefahr läuft, überfordert zu werden und ganz sicherlich nicht eine durchschnittliche/herkömmliche Künstler-Biographie zu lesen bekommt, erhält der Die-Hard-Fan ein umfassendes und hervorragend recherchiertes wissenschaftliches Werk, welches sich im Gegensatz zu ähnlichen Veröffentlichungen stark mit der Materie befasst.

Als Schmöker vor dem Schlafengehen ist dieses mehr als 400 Seiten umfassende Kompendium kaum zu gebrauchen. Wer sich aber ernsthaft mit George Harrisons Schaffen befassen möchte, findet hier ein absolutes Referenzwerk, welches sich auch und gerade für das erwähnte Beatles-Studium als extrem wertvoll und wichtig herausstellen könnte.

für CDstarts.de

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