Georgi & Benninghoff - Soundtrack Deutschland

  • 02.11.2020
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Georgi & Benninghoff - Soundtrack Deutschland - News
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23 bekannte Acts der deutschen Musikszene geben Einblicke in ihre Gedanken zu unserem Land.

Ganz frisch seit dem 3. November 2020 auf dem Markt, ist die 240 großformatige Seiten umfassende Interviewsammlung „Soundtrack Deutschland“. Zusammengestellt von den beiden FAZ-Redakteuren Oliver Georgi und Martin Benninghoff, greift ihr erstes gemeinsames Buch Themen wie Heimat, Wiedervereinigung, Fremdenhass, Emanzipation und natürlich Musik auf. Ein Jahr lang sind die Buchautoren quer durch Deutschland gereist und haben 23 Künstler zu tiefgreifenden Interviews getroffen. Immer mit an Bord: Fotograf Daniel Pilar, der die Musiker in großen Portraitfotos festgehalten hat und dem Buch damit eine besonders edle Erscheinung verleiht. Das Ergebnis ist eine persönliche Auswahl und ein subjektiver Querschnitt durch die deutsche Musiklandschaft, die Künstler aller Genres zu Wort kommen lässt und am Ende ein Spiegelbild unserer typisch deutschen Befindlichkeiten zusammenträgt.

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Die Auswahl an Interviews war sogar noch größer als die 23, die es letztendlich ins Buch geschafft haben. Stoff für eine Fortsetzung? Das dürfte das Interesse des Lesers entscheiden, der grundsätzlich eine allgemeine Affinität für die deutsche Musiklandschaft mitbringen sollte. Ist dies der Fall, steht dem informativen Spaß nichts im Weg, der dem geneigten Leser 23 Mal „Musik und Meinung Made In Germany“ serviert und dabei den Gedanken folgender Künstler freien Lauf lässt: Peter Maffay, Johannes Oerding, Judith Holofernes (Wir Sind Helden), Trettmann, Marius Müller-Westernhagen, Die Fantastischen Vier, Extrabreit, Yvonne Catterfeld, Hartmut Engler (Pur), Felix Jaehn, David Garrett, Wolfgang Niedecken (BAP), Blind Guardian, Reinhard Mey, Silbermond, Heino, Klaus Meine (Scorpions), Ina Müller, Adel Tawil (Ich+Ich), Moses Pelham, Sven Väth, Fynn Kliemann und Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen).
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Jeder Künstler wird auf einer Buchseite kurz vorgestellt und mit einem Portraitfoto von Daniel Pilar gekonnt in Szene gesetzt. Danach erhält jeder Musiker ausführlichen Raum, um die Fragen von Oliver Georgi und Martin Benninghoff zu beantworten, die nicht einfach ein festgelegtes Fragemuster über ihre Interviewpartner stülpen, sondern jeden Künstler mit einem individuellen Fragenkatalog abholen und quasi am Rande und sehr dezent in die thematische Ausrichtung des Buches lenken. Auf diese Weise gibt jeder Interviewpartner zum Teil sehr persönliche Ansichten, Gefühle und Anekdoten preis. Allgemeinschauplätze werden dadurch weitgehend umschifft. Und auch wenn gewissen Gesprächsthemen gewiss nicht neu sind, so werden diese doch auf eine Art erzählt und verpackt, dass „Soundtrack Deutschland“ stets spannend bleibt. So erfährt der Leser über die Flucht der Maffay-Familie aus Siebenbürgen, Johannes Oerding erklärt, warum extrem nette Menschen trotzdem ziemlich schlechte Musik machen und warum Judith Holofernes mit der klassischen Musikbranche wohl für immer gebrochen hat. Dies sind nur drei Beispiele für spannende 240 Seiten, die einen Teil der deutschen Pop-Musikelite von einer anderen Seite zeigen. Dadurch unterscheidet sich „Soundtrack Deutschland“ von den typischen Zeitschrifteninterviews, wenn es wieder einmal nur darum geht, ein neues Album zu promoten.
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Das 240 Seiten starke Sachbuch ist unter der ISBN-Nummer 978-3-7459-0165-8 im Format 29,3 x 22,5 cm als Hardcover-Ausgabe im EMF Verlag erschienen und kostet 36,00 Euro.

für CDstarts.de

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