The British Expeditionary Force Chapter Two: Konstellation Neu

  • 28.05.2012
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The British Expeditionary Force - Chapter Two: Konstellation Neu - News
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Justin Lockey über die Ästhetik von stillgelegten Flugzeugen und geometrischen Formen.

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Albuminfo: Das Trio The British Expeditionary Force gibt es seit 2007 und veröffentlichte im März diesen Jahres sein zweites Album „Chapter Two: Konstellation Neu“. Ihr Hang zu (Militär-) Flugzeugen wurde bereits bei der Namensgebung der Band deutlich. The British Expeditionary Force bezeichnet die in Frankreich und Belgien eingesetzten britischen Truppen während des Ersten und Zweiten Weltkrieges.

Covergestaltung: Justin Lockey machte die Fotos für das Artwork in einem alten Flugzeugmuseum. In der weiteren Ausarbeitung war nicht nur die gesamte Band, sondern auch ihr Label Erased Tapes, insbesondere Gründer sowie Inhaber Robert Raths, involviert.

CDstarts: Wie wichtig ist das Album-Artwork für Dich als Musiker und als Hörer im Allgemeinen?

Justin Lockey: Für mich ist das Artwork extrem wichtig. Ich achte persönlich in den Plattenläden sehr auf die Covergestaltung und suche mir eine völlig unbekannte Platte heraus, die mir in die Augen sticht. Das Artwork sollte alles, was musikalisch auf diesem Album passiert, zusammenfassen. Es sollte die Musik auf die visuelle Ebene überführen, um bestenfalls die musikalische Gesamtwirkung nach außen zu tragen.

CDstarts: Wer hat das Artwork für "Chapter Two: Konstellation Neu" entworfen?

Justin Lockey: Ich habe die Fotografie für das Album gemacht. Es begann als Tuschzeichnung eines verwandelten Würfels, die Robert zu einem verzerrten Bild formte. Von da an suchte ich nach geometrischen Formen, um sie entweder zu zeichnen oder zu fotografieren, da der Würfel die Musik einfach nicht ebenbürtig übersetzte.
Robert entwarf das Artwork zu "Chapter One: A Long Way From Home" (Debütalbum - Anm. d. Red.) aus Bildern von sehr alten Bleistift-Zeichnungen diverser Szenen des Großen Krieges, die ich fand. So war es wie bei Allem eine Zusammenarbeit zwischen uns und dem Label.

CDstarts: Das Cover von "Konstellation Neu" sieht futuristisch und ein wenig apokalyptisch aus. Was sehen wir darauf?

Justin Lockey: Das Hauptbild auf dem Cover zeigt die Insignien auf der Seite eines Tornado-Kampfflugzeugs. Ich ging zu einem alten Flugzeugmuseum und hatte einen Fotoapparat mit einer Verzerrungslinse dabei. Auf der Suche nach Bildern für ein anderes Projekt habe ich fotografiert, merkte aber sofort, dass die Aufnahmen sehr gut mit der Ästhetik von The British Expeditionary Force und unserem Label Erased Tapes harmonieren. Klare Linien und detaillierte Querschnitte von Düsentriebwerken, genauso wie alte verlassene Passagierflugzeuge, haben eine großartige Wirkung auf die Musik und verknüpfen sich mit ihr.

CDstarts: Bitte erzähle uns etwas über die Schritte der Covergestaltung für dieses Album.

Justin Lockey: Es war ziemlich einfach. Als wir erst einmal alle Bilder vom Flugzeug-Friedhof zusammen hatten, ging es darum, die Aufnahmen den Songs zuzuordnen und es in einen Rahmen zu bringen, der für alle zufriedenstellend ist. Robert ist ohnehin ein toller Designer. Wir wussten, dass er das Material nahezu unfallfrei in Form bringen wird. Die Verwendung der weiten Verzerrungslinse mit ihrem großen Streckungsgrad war eine bewusste Wahl, da sie die Entstehung der Musik widerspiegelt. Sie stellt dar, wie die gesamte Band beispielsweise zu Beginn von "Strange Aftertaste" von außen in den Song hineinrauscht oder zwischen der Mitte und dem Ende von "Irons In Fires" wieder zusammenkommt.

CDstarts: Was möchtet ihr mit dem Album in der Einheit aus Musik und Artwork ausdrücken?

Justin Lockey: Ich denke, es ist der Ausdruck, wie die visuelle Komponente während des musikalischen Schaffens unbewusst kreiert wurde. Ein Prozess, bei dem Bilder im Kopf entstehen, sobald sich die Musik ihren Weg bahnt. Sie erlaubt Dir rauszugehen und die passenden Bilder einzufangen.

CDstarts: Was würde es für den Hörer verändern, wenn er das Artwork nicht kennt oder es einfach nicht beachtet?

Justin Lockey: Wahrscheinlich würde er keinen Eindruck davon bekommen, wohin der Longplayer in Sachen von Tönen sowie Stilen geht. Die Gestaltung zu diesem Album setzt den Wegweiser und markiert den Punkt, zu dem der Hörer hoffentlich mit seinem Kopf vordringt.

Die Band ist auf der Hauptbühne des Haldern Pop Festivals am 11. August live zu sehen.

für CDstarts.de

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