Marissa Nadler The Sister

  • 28.06.2012
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Marissa Nadler - The Sister - News
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Marissa Nadler und ihre Liebe zum „Anfassen“ der Musik.

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Albuminfo: Seit ihrem Debüt „Ballads Of Living And Dying“ (2004) und vielen Epochen von zart gehauchter Folk-Musik ist die Amerikanerin Marissa Nadler mit „The Sister“ bei ihrem sechsten Album angelangt. Es ist mit dem selbstbetitelten Vorgänger als Einheit zu sehen und zeigt sie voller Hingabe.

Covergestaltung: Das gesamte Layout und Artwork stammt von ihrem Freund Ryan Walsh, der für vieles an der Optik ihrer musikalischen Laufbahn verantwortlich ist.

CDstarts: Wie wichtig ist das Album-Artwork für Dich als Musikerin und als Hörerin im Allgemeinen?

Marissa Nadler: Ich denke, dass das Album-Artwork sehr wichtig ist. Im goldenen Zeitalter von Schallplatten waren Gatefold-LP´s ein pures Vergnügen. Es war Teil des gesamten Erlebnis, ein Album zu bekommen und zu versuchen, die Musik mit der visuellen Komponente zu verknüpfen.

CDstarts: Bitte erzähle uns etwas über Ryan Walsh, der das Artwork und Layout für „The Sister“ beigesteuert hat und die Gründe, ihn auszuwählen.

Marissa Nadler: Nun ja, er gestaltete auch mein selbstbetiteltes Album. Ich liebe seine Arbeiten und er ist mein Freund. Ryan hilft mir viel mit einem gewaltigen Anteil an Grafik, die in Verbindung zu meinem musikalischen Leben steht.

CDstarts: Wie sahen die verschiedenen Schritte der Gestaltung für „The Sister“ aus?

Marissa Nadler: Ryan nutzt Papiercollagen, indem er Material in alten Büchern aus Bibliotheken findet. Er schaut sich einfach nach Bildern um, die ihm gefallen und abstrahiert sie auf verschiedene Weisen, wenn er die Einzelzeile zusammenfügt. Mit dieser Methode erschafft er etwas, was optisch ausgeglichen und gleichermaßen interessant ist.

CDstarts: Was sehen wir auf der Vorder- (eine Krankenschwester?) und der Rückseite (Ärzte in einem Operationssaal?) des Artworks? (Backcover siehe Ende des Artikels - Anm. d. Red.)

Marissa Nadler: Ja. Wir haben uns die Musik als etwas Heilendes und zugleich Bedrohliches vorgestellt. Die „Engel der Gnade“-Stimmung der Krankenschwester auf dem Cover und diese seltsame, medizinische Verbindung.

CDstarts: Der innere Teil ist ebenso sehr interessant. Ist das eine Landkarte mit einer Puppe als schützende Hand über die Menschen, die in diesem „Land“ verloren gehen?

Marissa Nadler: Ich würde das als ziemlich gute Interpretation sehen, obwohl es ganz dem Betrachter überlassen ist, das zu sehen, wonach er begehrt.

CDstarts: Wie würdest Du die Verbindung zwischen diesen verschiedenen Teilen des Covers beschreiben?

Marissa Nadler: Ich denke, dass die medizinische Darstellung durch die menschliche Eigenschaft des Verlierens in Seele und Körper mit der Landkarte verbunden ist. Die Songs handeln viel von menschlicher Schwäche und dem Aufstehen, nachdem man in Fallen getappt ist. Vielleicht ist daher die Karte eine Art Ausweg.

CDstarts: Die Atmosphäre der Bilder scheint angsteinflößend, doch Deine Musik fühlt sich sehr warm und vertraut an. War es eine bewusste Entscheidung, diese Diskrepanz herzustellen?

Marissa Nadler: Die Musik kann auch ein wenig dunkel und beängstigend sein, wenn der Hörer sich eingehend mit den Texten befasst. So passt dann beides zusammen. An der Oberfläche ist die Musik süßlich und gelassen, aber es gibt unter der Atmosphäre eine weitere Ebene, die sich um Krankheit und menschliche Schwäche dreht. Für mich harmoniert das mit der medizinischen Seite des Artworks.

CDstarts: Was möchtest Du mit der Einheit aus Musik und Artwork auf diesem Album ausdrücken?

Marissa Nadler: Ich mag es, wenn die Dinge einfach und auffällig sind, jedoch nicht übertrieben.

CDstarts: Was würde es für den Hörer ändern, wenn er das Cover nicht kennt oder schlimmer, die grafische Darstellung überhaupt nicht wahrnimmt?

Marissa Nadler: Die Vinyl-Erfahrung ist für mich stets besser, denn ich mag es sehr, das „Objekt“ zu halten und mich Seite für Seite durch die Platte hören. Eine meiner liebsten Beschäftigungen ist es, auf die Liner Notes zu schauen, während ich Platten höre.

für CDstarts.de

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