Baroness Red, Blue, Yellow & Green

  • 24.07.2012
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Der kreative Kopf von Baroness, John Dyer Baizley, erzählt über seine Kunst, über Mythologie, Inspiration und die Zusammenarbeit mit anderen Bands.

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Albuminfo: Baroness ist eine 2003 in Savannah, Georgia (USA) gegründete Metalband, die auf ihrem neusten, dritten Werk „Yellow & Green“ deutlich ihre musikalische Richtung verändert hat.

Cover-Gestaltung: Der Kopf der Band ist John Dyer Baizley, der gleichzeitig Sänger, Gitarrist, Schöpfer der Texte und der Cover-Artworks ist. Seine sehr charakteristische Kunst kombiniert Elemente von Flora, Fauna und Mythologie und ist ebenfalls auf den Covern anderer Bands zu bestaunen.

CDstarts: Wie wichtig ist das Album-Artwork für dich als Musiker und als Hörer? Welche Funktion erfüllt es im Gesamtkonzept eines Musikalbums?

Baizley: Du fragst eigentlich den Falschen. Natürlich denke ich, dass Album-Artwork und Musik absolut Hand in Hand gehen, besonders bei uns. Da ich auch das Artwork für die Band mache, hoffen wir, dass damit unsere Alben zu einem übergreifenden Erlebnis werden. Wenn wir mit den Arbeiten an einem neuen Album beginnen, setzen wir uns sehr hohe Ambitionen und versuchen Dinge zu realisieren zu denen wir in der Vergangenheit nicht in der Lage waren. Wir möchten, dass die Kunst, die Musik als auch die Texte miteinander verschmelzen. In meinen Augen ist das der einzig sinnvolle Weg. Guck dir eine Band wie Pink Floyd oder Neurosis an, deren akustische, visuelle und thematische Elemente sind perfekt aufeinander abgestimmt.

CDstarts: Das Album-Artwork für „Yellow & Green“ hast du selbst entworfen. Auf dem Bild befinden sich viele Referenzen zu Flora und Fauna, zur Mythologie, wie passt das alles zusammen?(vollständige Version des Covers siehe unten)

Baizley: Archetypische Mythologie ist die Basis für die Bilder. Es ist eine gemeinsame Sprache, die wir alle verstehen können, jedenfalls bis zu einem bestimmten Level. Zum Großteil arbeite ich mit dem Unterbewusstsein, so dass die Bilder aus Träumen und Gedanken herrühren, manchmal aber auch aus realen Erfahrungen. Sie beziehen sich auf Songtexte und persönliche Erfahrungen, die unsere künstlerischen Themen prägen. Ich könnte das alles noch ein wenig genauer erklären, aber das möchte ich lieber nicht, damit jeder Betrachter/Hörer ein einmaliges Erlebnis mit unserem Album erfahren kann. Daher bevorzuge ich es nicht zu viel zu erklären.

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CDstarts: Das Cover steht in einer konzeptionellen Reihe mit euren beiden Vorgängeralben („Red Album“ und „Blue Record“). Was ist die Geschichte hinter diesem Konzept?

Baizley: Es gibt dazu keine richtige Geschichte als solche. Wie ich schon gesagt habe, kommen viele Bilder aus meinem Unterbewusstsein. Wahrscheinlich werde ich das Bild des Großen und Ganzen selbst erst in zehn Jahren herausfinden. Für den Moment bin ich damit zufrieden, dass die Bilder von Album zu Album gut funktionieren. Das Konzept ist ein persönliches und sollte es auch für jeden Betrachter sein. Es gibt keinen falschen und auch keinen richtigen Weg es zu betrachten. Zieh daraus was du möchtest und ich mache es genauso.

CDstarts: Alle Grundfarben (rot, blau, gelb und grün) wurden nun für die Covergestaltung der Baroness Alben benutzt. Ist dieses Konzept dadurch an seinen Grenzen angelangt? Möchtest du dir für zukünftige Baroness-Alben etwas Neues überlegen?

Baizley: Ja, das Farbenkonzept ist zu Ende. Wir haben es bis zu seinem logischen Abschluss geführt. Wir werden uns etwas anderes fürs nächste Mal ausdenken, das versichere ich dir.

CDstarts: Wie würdest du deine eigene Kunst beschreiben?

Baizley: Sie ist sehr dicht, gefüllt mit versteckten Bedeutungen und sehr persönlich. Ich versuche die Idee der universellen Archetypen so zu benutzen, dass sie auf die Bedürfnisse dieser Band zugeschnitten werden. Ich möchte die Meinung anfechten, dass das Cover-Artwork lediglich eine kommerzielle Verpackung ist und eine Alternative zu den übermäßig simplen, bedeutungslosen Albumcovern bieten. Wir können die gleiche Sorgfalt in die visuelle Kunst legen wie wir es für die Musik machen.

CDstarts: Wie kreierst du eigentlich diese spezifischen und ausdrucksstarken Farben in den Bildern?

Baizley: Ich benutze ganz traditionelle Materialien wie Stifte, Bleistifte, Tinten und Wasserfarben. Das ist alles. Zum Erreichen der endgültigen Fassung durchläuft das Bild einen sehr langen Prozess der Schichtung von Tinte und Wasserfarben. Solche Kunst mache ich schon seitdem ich ein Jugendlicher war. Bisher lief das sehr gut, aber ich glaube jetzt stehe ich kurz davor einige Dinge zu verändern. Gezeichnet und gemalt habe ich schon seit Kindesalter an, aber die ertragreichsten Momente meiner künstlerischen Karriere kamen immer direkt nachdem ich Veränderungen vorgenommen habe. Adaptation, Wachstum und Entwicklung sind entscheidend für das künstlerische Überleben.

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CDstarts: Es ist meistens schwer den Anfang eines Bildes zu machen oder die ersten Zeilen eines Textes zu schreiben. Wie findest du Inspiration und wie fängst du eine Zeichnung oder ein Albumcover an?

Baizley: Die Inspiration um etwas aus dem Nichts zu erschaffen ist eine schwierige Angelegenheit. Sie scheint nie dazu sein wenn sie gerade dienlich wäre. Wenn ich aber inspiriert bin etwas zu schreiben oder zu zeichnen, dann kommt die Inspiration in großen Wellen. Das ist wie eine Stimmung oder ein Gefühl, man kann kaum etwas unternehmen um es zu kontrollieren und auch keine Situation erschaffen in der es passiert. Ich bin völlig auf die Laune und das Erbarmen meiner eigenen Inspiration angewiesen. Vieles wäre so viel einfacher wenn ich Kontrolle über meine Motivation ausüben könnte.

CDstarts: Du hast auch für andere Bands Cover entworfen, unter anderem für Black Tusk, Kvelertak und Kylesa. Haben diese Bands eins von deinen Bildern genommen oder musstest du ein Cover für das jeweilige Album erst entwerfen?

Baizley: Alles was ich mache ist ganz speziell für die jeweilige Band designt, für die es angedacht war. Ich tauche völlig in die Musik der Band ein und versuche von da an etwas zu kreieren. Ich höre immer Musik während ich arbeite, das hat großen Einfluss auf den Tenor als auch den Ton des Bildes.

CDstarts: Wie können wir uns solch eine Cover-Bestellung vorstellen? Hat eine Band konkrete Vorstellungen wie das Cover aussehen soll, andere spezielle Wünsche oder hast du freie Hand beim Entwerfen?

Baizley: Ich bin eine ziemlich harte Nuss wenn es darum geht mit mir zu arbeiten. Mit künstlerischen Anweisungen kann ich nicht besonders gut umgehen und ich mache beinahe immer etwas anderes als die Band es erwartet. Ich bin mir all dessen bewusst, so dass die Bands wissen womit sie rechnen müssen, wenn sie mit mir zusammen arbeiten wollen. Das wichtige dabei ist, dass ich mit Herz und Seele in jedes Projekt eintauche. Ich nehme die Kunst, die ich kreiere, sehr ernst, denn das ist das einzige was von mir übrig bleibt, wenn ich nicht mehr existiere. Ich gehe also mit der Einstellung heran alles was ich habe in ein Projekt zu stecken, weil es das sonst überhaupt nicht wert ist.

für CDstarts.de

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