Dirk Darmstaedter Interviews

  • 07.04.2016
Kurzinterview mitDirk Darmstaedter
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Dirk Darmstaedter - News
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Im Gespräch: Deutschlands Indie-Singer/Songwriter-Ikone Dirk Darmstaedter.

CDstarts: Welcher Film oder welches Buch hat dich im Leben am meisten inspiriert und wie lautet die Geschichte dahinter?

Dirk Darmstaedter: Film: „Es war einmal in Amerika“. Ein Sergio Leone Gangster-Epos aus dem Jahre 1984 mit Robert De Niro und James Woods. Diesen Film kann ich mir immer wieder anschauen. Die Geschichte, die Schauspieler (Robert De Niro als junger „Noodles“), die Musik (natürlich von Ennio Morricone), die generelle Melancholie des Filmes. Überhaupt die Ruhe des Films... wie das gedreht wurde. Wie viel Zeit sich alleine Robert De Niro in der berühmten „Espresso Szene“ nimmt, seinen Espresso zu rühren (an die zwei Minuten!), ist legendär. Spannung pur! Wirklich einzigartig! Buch: John Steinbecks „The Grapes Of Wrath / Früchte des Zorns“. Alles von John Steinbeck ist großartig. Sogar seine „Travels With Charley“-Reise-Erzählung durch die USA mit seinem französischen Pudel Charley! Aber „Früchte des Zorns“ hat es mir besonders angetan. Das Buch schildert das Schicksal der in den 1930er Jahren durch die „Große Depression“ und Dürrejahre hochverschuldeten Farmer in Oklahoma und Arkansas. Spannend, bewegend und absolut stilbildend.

CDstarts: Auf welchem Album eines anderen Künstlers hättest du gerne mitgespielt?

Dirk Darmstaedter: Bob Dylans „Blonde On Blonde“.

CDstarts: Ist einer deiner Songs beim Publikum schon mal völlig anders angekommen, als du es erwartet hast? Welcher war es und was hat das mit dir gemacht?

Dirk Darmstaedter: Songs entwickeln sich live eh immer anders als angenommen. Manche Key-Songs auf den Alben sind live gespielt vielleicht gar nicht so stark, während andere Songs, mit denen man vielleicht gar nicht so gerechnet hätte, sich live zu einer echten Macht entwickeln. „I Won’t Give Up On You” ist so ein Beispiel. Ich habe wohl erst auf der Bühne den (für mich) tieferen Sinn des Songs erkannt. Das war mir so bei den Aufnahmen in der Form gar nicht bewusstgeworden. Es ist übrigens ein Song für meinen damals 12-jährigen Sohn John.

CDstarts: Gab es schon mal einen Moment, in dem du die Musik am liebsten hingeworfen hättest? Wann war das und was hat dich motiviert, es doch nicht zu tun?

Dirk Darmstaedter: Nein. Niemals. Nein.

CDstarts: Was war der übelste Job den du gemacht hast, um über die Runden zu kommen?

Dirk Darmstaedter: Schule.

CDstarts: Für welchen Spleen wirfst du privat am meisten Geld aus dem Fenster?

Dirk Darmstaedter: Akustikgitarren. Wie viele davon müsste ich wirklich haben? Ich habe definitiv zu viele. Aber was gibt es Schöneres?

CDstarts: Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gerne mal im Riesenrad stecken bleiben wollen und warum?

Dirk Darmstaedter: Brian Wilson von den Beach Boys. Ich würde ihn brutal ausfragen. Wann, wo, warum, wie? Themen: „Pet Sounds“, „The Wrecking Crew“, „Dennis Wilson“, etc. etc.

CDstarts: Welche Platte würdest du unbedingt als Pflichtkauf empfehlen und was ist das Besondere an ihr?

Dirk Darmstaedter: Bob Dylan: „Blonde On Blonde“ (1966). Hier ist alles drauf, was wirklich wichtig ist. Sound: Akustisch / elektrisch in genau der Phase festgehalten, als diese Elemente das erste Mal wirklich zueinanderfanden bzw. aufeinanderprallten. Texte: Von surrealistischen Drogenmetaphern bis hin zu furiosen Rimbaud-artigen Traumfantasien, ist alles dabei, was Herz und Hirn benötigen. Songs: „Visions Of Johanna“, „Just Like A Woman“, „Sad Eyed Lady Of The Lowlands“, etc. Besser geht das nicht!

CDstarts: Welche Wünsche oder Ziele verbindest du mit dem „Beautiful Criminals“-Album?

Dirk Darmstaedter: Ich wünsche mir, dass sich ein paar Menschen Zeit nehmen, sich das anzuhören und Freude daran haben. Alles Weitere liegt nicht in meiner Hand.

CDstarts: Gab es bei den Aufnahmen zu „Beautiful Criminals“ Missgeschicke, kleine Wunder oder große Tragödien?

Dirk Darmstaedter: Missgeschicke werden immer gerne genommen und sofort integriert. Tragödien: Nein. Es ist für mich immer wieder ein kleines großes Wunder, wie sich die Songs schreiben und aufnehmen lassen und sich das Ganze dann zu einem halbwegs stimmigen Album zusammenrauft. Unglaublich. Immer wieder!

CDstarts: Wie lautet die Geschichte hinter dem Plattencover?

Dirk Darmstaedter: Matthew Brown (Gitarrist + Mixer) fotografiert mich mit seinem Handy, während ich an einem Songtext rumschraubte. Nichts Weltbewegendes, aber ein kleiner Moment wurde festgehalten.

CDstarts: Auf welchen Song auf „Beautiful Criminals“ bist du besonders stolz und warum?

Dirk Darmstaedter: „Five Years“. Da gefällt mir die Klarheit von Musik, Text und Umsetzung ganz gut. Ziemlich spröde das Ganze, aber in seiner Gesamtheit ziemlich nah an dem dran, wie ich meine Musik in meinem Kopf so sehe / höre.

Bearbeitet von für CDstarts.de

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