Vivie Ann Interviews

  • 10.08.2016
Kurzinterview mitVivie Ann
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Vivie Ann - News
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Zu 100 Prozent sie selbst!

CDstarts: Welcher Film oder welches Buch hat dich im Leben am meisten inspiriert und wie lautet die Geschichte dahinter?

Vivie Ann: Ich komme neben der Musik leider nur sehr selten zum Lesen. Wenn ich aber mal Zeit habe, dann gilt meine zweite Leidenschaft dem Film. Ich steigere mich gerne in Epen à la „Der Herr der Ringe“ oder „Gladiator“ rein und liebe gute Action-Filme wie „Inception“. Wer mich kennt, der weiß, dass ich eine kleine Kämpfernatur mit Dickkopf bin. Ich habe „Gladiator“ zu oft gesehen, auf jeden Fall kann ich den Film auswendig und er hat mich wahrscheinlich am meisten inspiriert. Wenn ich auf die Bühne gehe, sage ich zu meinen Jungs immer im Spaß: „Ehre und Stärke“. Ich mag den Gedanken, nicht aufzugeben und allem Bösen zu trotzen. Ja, die Story ist kitschig, aber trotzdem irgendwie wahr! Als sentimentale Dramaqueen verfalle ich im echten Leben gerne mal der Heroik, aber diese Eigenschaft hat mich stark gemacht und immerhin lebe ich noch!

CDstarts: Auf welchem Album eines anderen Künstlers hättest du gerne mitgespielt?

Vivie Ann: Oh da fallen mir gleich mehrere ein. Eines davon wäre auf jeden Fall ein Mumford & Sons-Album. „Babel“ zum Beispiel. Und wenn ich nur hätte Triangel spielen dürfen!

CDstarts: Ist einer deiner Songs beim Publikum schon mal völlig anders angekommen, als du es erwartet hast? Welcher war es und was hat das mit dir gemacht?

Vivie Ann: „Mister Mister“ heißt ein Song, in dem ich über die Welt und Gedanken einer Prostituierten singe. Wir haben mal ein Wohnzimmerkonzert gespielt und ein paar Frauen haben den Song vollkommen falsch aufgefasst. Ich schätze, das lag daran, dass sie entweder den Text nicht verstanden haben oder ihn nicht verstehen wollten. Es hat ihnen wohl nicht gepasst, dass man über diese „Berufsgruppe“, wie sie es nannten, überhaupt, und dann auch noch in dem liebevollen, träumerischen Stil, wie ich es in „Mister Mister“ tue, spricht. Daher habe ich mich entschieden, den Song noch öfter live zu spielen!

CDstarts: Gab es schon mal einen Moment, in dem du die Musik am liebsten hingeworfen hättest? Wann war das und was hat dich motiviert, es doch nicht zu tun?

Vivie Ann: Wenn ich ganz ehrlich bin, gab es diesen Moment sogar schon öfter. Im Musikbusiness (ich mag dieses Wort eigentlich gar nicht) basiert vieles auf Glück und Zufall. Außerdem sitzen auf den ausschlaggebenden Positionen Menschen am längeren Hebel, die eigentlich gar nichts in dieser kreativen Welt der Musik verloren hätten, rein wirtschaftlich denken und demnach auch ihre Entscheidungen treffen. Das ist manchmal sehr niederschmetternd. Mit Leidenschaft und Kreativität hat das Alles leider nicht mehr viel zu tun. Das sind aber eigentlich genau die Gründe, aus denen ich mein Leben lang Musik machen wollte und Musik so sehr liebe.

Einer dieser Momente, in denen ich gerne alles hingeworfen hätte war, als mir ein A&R eines Major-Labes gesagt hat, dass meine Musik ja „super“ sei, ich doch aber bitte auf Deutsch und neue Songs von irgendeinem Songwriter, den ich nicht einmal kannte, singen solle. Dann würde er mich unter Vertrag nehmen und auch nur dann könnte ich jemals erfolgreich sein. Wie ich nach solchen Ansagen weitergemacht habe? Indem ich pausenlos Künstler wie Wallis Bird, Damien Rice, Regina Spektor oder Feist gehört habe und mir klar wurde, warum ich jetzt nicht aufgebe, sondern weitermache. Weil es Künstler geben muss, die gegen den Strom schwimmen und sich durchkämpfen!

CDstarts: Was war der übelste Job den du gemacht hast, um über die Runden zu kommen?

Vivie Ann: Ich hatte das Glück, schon sehr früh mit Musik Geld verdienen zu können. Aber glaubt mir, auch da gibt es Dinge, die ich wirklich, wirklich nie wieder machen möchte. Zum Beispiel auf Faschingsveranstaltungen spielen. Danach kommt gleich Oktoberfest, und danach Auftritte mit „Musikern“, die einfach nur Playbacks und Midis abspielen lassen. Nicht für 1 Mio. würde ich das noch einmal machen!

CDstarts: Für welchen Spleen wirfst du privat am meisten Geld aus dem Fenster?

Vivie Ann: Für Bio- und Fair-Trade-Lebensmittel, Vinyl und CDs. Irgendwer muss ja irgendwo mal anfangen.

CDstarts: Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gerne mal im Riesenrad stecken bleiben wollen und warum?

Vivie Ann: Mit Bosse! Hoffentlich haben wir dann viel Bier dabei und schnacken die ganze Nacht durch! Ich glaube, wir haben ein paar lustige Gemeinsamkeiten und außerdem muss ich ihn davon überzeugen, mich auf seiner nächsten Tour mal als Support mitzunehmen! Hehe...

CDstarts: Welche Platte würdest du unbedingt als Pflichtkauf empfehlen und was ist das Besondere an ihr?

Vivie Ann: Pflichtkauf des Jahres 2015 ist für mich definitiv „Calm Seas Don’t Make Good Sailors“ von Ben Galliers. Das Album ist einfach atemberaubend gut produziert, die Songs, die Lyrics, die Band, ach - alles traumhaft schön und mutig-anders. Muss man als Musikliebhaber im Regal stehen haben, ne - muss man täglich hören!

CDstarts: Welche Wünsche oder Ziele verbindest du mit deinem Debütalbum „Flowers & Tigers“?

Vivie Ann: Ich wünsche mir, dass es den Menschen da draußen gefällt, dass man hört, dass es mit viel Liebe (wir haben wirklich viel Heiße-Liebe-Tee getrunken) aufgenommen und produziert wurde und dass es seine Zuhörer bewegt.

CDstarts: Gab es bei den Aufnahmen von „Flowers & Tigers“ Missgeschicke, kleine Wunder oder große Tragödien?

Die Studiozeit war für mich und meine Jungs sehr emotional. Unsere Leben hatten sich zu dem Zeitpunkt sehr verändert und wir wollten all unsere Energie der letzten Jahre in dieser Platte verewigen. Tragödien gab es zum Glück keine. Wir haben zwischenzeitlich mal eine Festplatte zerstört, auf der unsere kompletten Aufnahmen drauf waren und mussten feststellen, dass wir kein Back-up gemacht hatten. Konnten die Daten aber retten... Das war dann auch das kleine Wunder! Ein großes Wunder allerdings war das Streichquartett! Wir waren alle hin und weg, als die vier Musiker zu den Songs eingespielt und dem Album eine besondere Note verliehen haben.

CDstarts: Wie lautet die Geschichte hinter dem Plattencover von „Flowers & Tigers“?

Vivie Ann: Das Plattencover ist bei einem schönen Shooting mit Sandra Ludewig in Leipzig entstanden. Sie hat es auf dem Bild geschafft, die Dynamik des Albums, aber auch mich als Person, wunderbar festzuhalten. Ich liebe dieses Bild und es war allen sofort klar, dass es das Albumcover werden muss!

CDstarts: Auf welchen Song auf „Flowers & Tigers“ bist du besonders stolz und warum?

Vivie Ann: Alle Songs sind ehrlich und zu 100% ich. Das mag ich am meisten an dem Album. „Stolz“ bin ich auf den Opener „Chew it“. An diesem Song haben meine beiden Jungs, mit denen ich das Album produziert habe, und ich unter schweren Bedingungen lange, lange gebastelt und jetzt ist er mit der schönste Song auf dem ganzen Album. Es war eine kleine Geburt, aber es hat sich gelohnt!

Bearbeitet von für CDstarts.de

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